Facts:
Genre: Komödie, Drama
Regie: Pascal Chaumeil
Genre: Komödie, Drama
Regie: Pascal Chaumeil
Cast: Aaron Paul, Rosamund Pike, Toni Collette, Imogen Poots, Pierce Brosnan
Laufzeit: 96 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: DCM
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: DCM
Inhalt:
Der Moderator Martin (Pierce Brosnan), der Pizzafahrer J.J. (Aaron
Paul), die Alleinerziehende Maureen (Toni Collette) und das
Politiker-Kind Jess (Imogen Poots) treffen sich zufällig an einem
Silvesterabend auf dem Dach des Londoner Topper‘s Towers. Alle vier
haben das gleiche Vorhaben: Sie wollen sich in die Tiefe stürzen und
umbringen. Doch das Aufeinandertreffen führt dazu, dass keiner seinen
Plan in die Wirklichkeit umsetzt. Stattdessen verbringen alle vier die
Nacht gemeinsam auf dem Dach und erzählen sich ihre Lebensgeschichten.
Bei Sonnenaufgang schließen sie einen Pakt, der ihr Überleben sichern
soll – zumindest vorerst. Das Quartett gewährt sich eine Bewährungsfrist
bis zum Valentinstag, um zu sehen, ob das Leben nicht vielleicht doch
lebenswert ist. Bis dahin wollen Martin, J.J., Maureen und Jess
gegenseitig aufeinander aufpassen und dafür sorgen, dass jeder die
kommenden sechs Wochen überlebt.
Bewertung:
Trocken, trockener, Nick Hornby! Vom aus dem Ruder gelaufenen Fußballfantum in „Fever Pitch“ bis zur ungewollten Teenager-Schwangerschaft in „Slam“ – der britische Kultautor begegnet den von ihm fein beobachteten Alltagsphänomen in seinen Geschichten stets mit einem herrlich schwarzen, aber dennoch niemals bösartigen Humor. Da überrascht es dann auch nicht, dass es ihm tatsächlich gelungen ist, mit „A Long Way Down“ einen ebenso bissigen wie gutgelaunten Unterhaltungsroman ausgerechnet über das Downer-Thema „Selbstmord“ zu verfassen. Und auch bei der Leinwandadaption des Bestsellers muss niemand Angst haben, dass er nach dem Kinobesuch gleich selbst aufs nächste Hochausdach steigen möchte; ganz im Gegenteil: Pascal Chaumeil („Der Auftragslover“) verschiebt den Fokus sogar noch ein wenig deutlicher in Richtung Gute-Laune-Kino und liefert gemeinsam mit seinem hervorragend aufgelegten Darsteller-Quartett eine charmant-makabre Komödie, in der trotz der vorherrschenden Wohlfühl-Elemente auch eine Reihe satirischer Reizpunkte gesetzt werden.
„A Long Way Down“ ist zwar ein Wohlfühlfilm, aber das ernste Thema wird
dennoch nicht weichgewaschen. Gerade weil vier zwar grundverschiedene,
aber dennoch an einem ähnlichen Punkt in ihrem Leben stehende und
gleichermaßen verzweifelte Menschen zusammengewürfelt werden, übt sich
hier niemand in falscher Political Correctness, stattdessen wird
einander durchaus offen die Meinung gegeigt. So fragt etwa Maureen
gleich nach ihrer Ankunft auf dem Dach den bereits am Sims kauernden
Martin: „Ich weiß nicht genau, wie ich es formulieren soll… aber brauchen Sie noch lange?“
Und wenn dann - vom Matt-Damon-Engel angestachelt – auch noch
enttäuschte Frühstücksfernseh-Moderatorinnen und
Undercover-Klatschblatt-Reporter auf der Bildfläche auftauchen,
entwickelt sich der Film zusätzlich zur schallenden Medienschelte. Nick
Hornbys „A Long Way Down“ begeistert aber nicht nur mit seiner
gelungenen Gratwanderung zwischen bissigem Humor und beschwingtem
Charme…
… sondern auch mit seiner ungewöhnlichen Erzählstruktur. Der Roman ist in Tagebuchform verfasst, wobei die Autorschaft alle paar Seiten zwischen den vier Beinahe-Selbstmördern wechselt. Das eins-zu-eins in ein Drehbuch zu übernehmen, ist zwar so gut wie unmöglich, aber Autor Jack Thorne hat den Film nun zumindest in vier Abschnitte geteilt, wobei jeweils ein anderer Schauspieler den Plot aus dem Off kommentiert. So lernt der Zuschauer alle vier Protagonisten wirklich kennen und versteht ihre unterschiedlichen Sorgen und Nöten umso besser. Dabei ist der Liebling von Lesern und Filmzuschauern übrigens derselbe: Während Ex-Bond Pierce Brosnan, „Breaking Bad“-Drogenkoch Aaron Paul und „The Sixth Sense“-Star Toni Collette absolut solide aufspielen, stiehlt ihnen Imogen Poots als unberechenbare Jess trotzdem immer wieder die Show. So wie die britische Nachwuchsaktrice hier als den Beschützerinstinkt des Zuschauers weckende Teenie-Naturgewalt über die Leinwand hineinbricht, sind wir uns sicher, dass ihr in den kommenden Jahren auch in Hollywood endlich mehr als nur Nebenrollen wie in „Fright Night“ und „Für immer Single?“ angeboten werden.
Fazit:
… sondern auch mit seiner ungewöhnlichen Erzählstruktur. Der Roman ist in Tagebuchform verfasst, wobei die Autorschaft alle paar Seiten zwischen den vier Beinahe-Selbstmördern wechselt. Das eins-zu-eins in ein Drehbuch zu übernehmen, ist zwar so gut wie unmöglich, aber Autor Jack Thorne hat den Film nun zumindest in vier Abschnitte geteilt, wobei jeweils ein anderer Schauspieler den Plot aus dem Off kommentiert. So lernt der Zuschauer alle vier Protagonisten wirklich kennen und versteht ihre unterschiedlichen Sorgen und Nöten umso besser. Dabei ist der Liebling von Lesern und Filmzuschauern übrigens derselbe: Während Ex-Bond Pierce Brosnan, „Breaking Bad“-Drogenkoch Aaron Paul und „The Sixth Sense“-Star Toni Collette absolut solide aufspielen, stiehlt ihnen Imogen Poots als unberechenbare Jess trotzdem immer wieder die Show. So wie die britische Nachwuchsaktrice hier als den Beschützerinstinkt des Zuschauers weckende Teenie-Naturgewalt über die Leinwand hineinbricht, sind wir uns sicher, dass ihr in den kommenden Jahren auch in Hollywood endlich mehr als nur Nebenrollen wie in „Fright Night“ und „Für immer Single?“ angeboten werden.
Fazit:
Selbstmord kann auch Spaß machen gepaart mit einer guten schauspielerischen Leistung. 7 von 10 stressfreie Punkte. (mk)

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