Facts:
Genre: Action, Horror
Regie: Stuart Beattie
Genre: Action, Horror
Regie: Stuart Beattie
Cast: Yvonne Strahovski, Miranda Otto, Bill Nighy, Jai Courtney, Aaron Eckhart
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Splendid Film GmbH
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Splendid Film GmbH
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| (c) Splendid Film GmbH |
Inhalt:
Einst erschuf der Wissenschaftler Dr. Victor Frankenstein (Aden Young) aus Leichenteilen ein menschenähnliches Wesen und erweckte es durch Stromstöße zum Leben. Inzwischen sind 200 Jahre vergangen, das Monster (Aaron Eckhart) wandert einsam durch die entlegensten Gegenden der Erde und meidet Gesellschaft. Als es von einer Gruppe Dämonen angegriffen wird, eilen ihm die Gargoyles zu Hilfe. Diese himmlischen Krieger beschützen die Menschen vor der Dämonenschar und ihrem Anführer Naberius (Bill Nighy). Der Finsterling will eine Zombie-Armee erschaffen, um die Menschheit zu versklaven und die Weltherrschaft zu übernehmen. Bisher sind die Experimente zur Wiedererweckung der Toten, an denen die Wissenschaftlerin Dr. Terra Wade (Yvonne Strahovski) für Naberius arbeitet, allerdings fehlgeschlagen. Der Ober-Dämon muss unbedingt das Geheimnis von Dr. Frankensteins Schöpfung lüften, damit er seine düsteren Pläne doch noch in die Tat umsetzen kann.
Bewertung:
In einer der berühmtesten Szenen aus James Whales Horror-Klassiker „Frankenstein“
von 1931 trifft das von Boris Karloff gespielte Monster am Ufer eines
Sees auf das kleine Mädchen Maria. Sie freunden sich an und spielen mit
Blumen, ehe das Geschehen eine herzzerreißend-tragische Wendung nimmt.
Das von Dr. Frankenstein aus Leichenteilen zusammengesetzte und durch
Elektrizität animierte Wesen erfährt Menschlichkeit und entdeckt sie in
sich, aber es findet dennoch keinen Platz in unserer Welt. Dieses
zeitlose Thema von Mary Shelleys bereits vielfach verfilmtem
Schauerroman, den Whale so unvergesslich auf die Leinwand gebracht hat,
inspirierte den Autor, Schauspieler und „Underworld“-Co-Schöpfer Kevin
Grevioux zu einer Art Fortsetzung der Geschichte in Form einer Graphic
Novel. In ihr überlebt Frankenteins Kreatur, wird mehrere hundert Jahre
alt und gerät zwischen die Fronten einer epischen Schlacht zwischen Gut
und Böse - die Frage nach dem Menschlichen und was es ausmacht bleibt
dabei ein zentrales Motiv. In der Filmversion des Comics (die
Bearbeitung hat Grevioux gemeinsam mit Regisseur Stuart Beattie
vorgenommen) wird der thematische Reichtum des Stoffes nun jedoch
zugunsten einer Effektorgie in 3D vernachlässigt. Die ist zwar immerhin
kurzweilig und visuell imponierend, aber die filmische Erzählung von der
Suche nach einer Seele bleibt am Ende selbst seelenlos.
Stuart Beattie und Kevin Grevioux erschaffen für ihre Fortschreibung des
Frankenstein-Stoffes eine spektakuläre Fantasy-Welt und bieten von der
monumentalen, mit Kerzenlicht erleuchteten Kathedralen-Heimstatt der
Gargoyles bis zur äußeren Erscheinung dieser majestätischen
Menschheitsbeschützer und ihrer furchteinflößenden höllischen
Widersacher jede Menge beeindruckender Schauwerte. Die Wesen, die hier
im epischen Widerstreit liegen, besitzen zudem die Fähigkeit, sich zu
verwandeln („Buffy“
lässt grüßen), was den Effektspezialisten ausgiebig Gelegenheit gibt,
sich auszuzeichnen. Der Look des Films ist eine reizvolle Kombination
aus Neo-Noir-Düsternis, High-Tech-Designs und Gothic-Chic mit einer
Vorliebe für das Blau der Nacht, die sicher nicht ganz zufällig an das „Underworld“-Universum
erinnert. Auch in der ebenfalls von Lakeshore produzierten Erfolgsreihe
mit Kate Beckinsale (und Bill Nighy) bekriegen sich übernatürliche
Mächte auf Erden, ohne dass deren menschliche Bewohner davon etwas ahnen
– nur sind es diesmal keine Vampire und Lykaner, sondern Gargoyles und
Dämonen. Die Menschen, um deren Wohl und Wehe hier so erbittert gerungen
wird, kommen allerdings so gut wie gar nicht vor. Und dadurch fehlt dem
zentralen Thema der Selbstfindung und endgültigen Menschwerdung von
Frankensteins Kreatur – sie wird nicht umsonst auf den Namen Adam
getauft – die erzählerische Unterfütterung.
Die einzige wichtige Menschenfigur ist die von Yvonne Strahovski („Chuck“, „Dexter“) gespielte Wissenschaftlerin, deren Stellvertreter-Funktion schon in ihrem Namen Terra (= Erde) deutlich wird. Sie leitet im Auftrag von Dr. Wessex (das ist die menschliche Tarn-Identität des Ober-Dämonen Naberius) die Reanimations-Experimente und wird von den Ereignissen schnell überrollt. Für moralische Fragen bleibt da abgesehen von Worthülsen keine Zeit, die existenzielle Dimension des Ringens um die Seelen der Menschen zeigt sich nur einmal in einer kurzen Szene in einer Halle voller präparierter Leichen, die wiederbelebt werden und als Naberius' Monster-Armee die Menschheit unterwerfen sollen. Nun muss ein Genrefilm wie dieser sicher nicht unbedingt philosophische Tiefe besitzen, aber hier ist noch nicht einmal etwas von der Faszination und der Verführungskraft des Bösen spürbar – und das trotz der Besetzung der Rolle des teuflischen Schurken mit einem Könner wie Bill Nighy („Alles eine Frage der Zeit“). Nach einer vielversprechenden Einführung und einigen gelungenen Momenten zwischen süffisanter Belustigung und arroganter Ungeduld fällt die Fassade des scheinbar Übermächtigen auf überaus enttäuschende Weise zusammen.
Die breitgefächerten erzählerischen Erfahrungen, die Stuart Beattie als einer der Drehbuchautoren von Filmen wie dem ersten „Fluch der Karibik“ und „Collateral“ gesammelt hat, hinterlassen in „I, Frankenstein“ wenig Spuren. Ausstattung, Effekte, Beleuchtung, Sound und Action – alles das ist hier wichtiger als die Handlung und ihre Themen. So ist Adam mit seiner Langlebigkeit, seiner Regenerationsfähigkeit, seiner Kraft, seiner Schnelligkeit und seinem starken Willen weniger ein verlorenes Wesen, das seine Seele entdeckt, als ein übermenschlicher Außenseiter mit Superheldenpotenzial. Für ein angebliches Monster ist Aaron Eckhart, der hier nicht halb so furchteinflößend aussieht wie als Two-Face in „The Dark Knight“, schon äußerlich viel zu attraktiv und auch sonst kommen seine dunklen Seiten sehr kurz – von einer tiefgreifenden Wandlung kann jedenfalls keine Rede sein. In Ermangelung anderer schauspielerischer Herausforderungen stürzt der Star sich mit Eifer in die ausgedehnten Kampfsequenzen: Sein ausgiebiges Training mit dem Kali-Stock macht sich bezahlt und so erleben wir schließlich Frankenstein als Action-Helden.
Fazit:
Die einzige wichtige Menschenfigur ist die von Yvonne Strahovski („Chuck“, „Dexter“) gespielte Wissenschaftlerin, deren Stellvertreter-Funktion schon in ihrem Namen Terra (= Erde) deutlich wird. Sie leitet im Auftrag von Dr. Wessex (das ist die menschliche Tarn-Identität des Ober-Dämonen Naberius) die Reanimations-Experimente und wird von den Ereignissen schnell überrollt. Für moralische Fragen bleibt da abgesehen von Worthülsen keine Zeit, die existenzielle Dimension des Ringens um die Seelen der Menschen zeigt sich nur einmal in einer kurzen Szene in einer Halle voller präparierter Leichen, die wiederbelebt werden und als Naberius' Monster-Armee die Menschheit unterwerfen sollen. Nun muss ein Genrefilm wie dieser sicher nicht unbedingt philosophische Tiefe besitzen, aber hier ist noch nicht einmal etwas von der Faszination und der Verführungskraft des Bösen spürbar – und das trotz der Besetzung der Rolle des teuflischen Schurken mit einem Könner wie Bill Nighy („Alles eine Frage der Zeit“). Nach einer vielversprechenden Einführung und einigen gelungenen Momenten zwischen süffisanter Belustigung und arroganter Ungeduld fällt die Fassade des scheinbar Übermächtigen auf überaus enttäuschende Weise zusammen.
Die breitgefächerten erzählerischen Erfahrungen, die Stuart Beattie als einer der Drehbuchautoren von Filmen wie dem ersten „Fluch der Karibik“ und „Collateral“ gesammelt hat, hinterlassen in „I, Frankenstein“ wenig Spuren. Ausstattung, Effekte, Beleuchtung, Sound und Action – alles das ist hier wichtiger als die Handlung und ihre Themen. So ist Adam mit seiner Langlebigkeit, seiner Regenerationsfähigkeit, seiner Kraft, seiner Schnelligkeit und seinem starken Willen weniger ein verlorenes Wesen, das seine Seele entdeckt, als ein übermenschlicher Außenseiter mit Superheldenpotenzial. Für ein angebliches Monster ist Aaron Eckhart, der hier nicht halb so furchteinflößend aussieht wie als Two-Face in „The Dark Knight“, schon äußerlich viel zu attraktiv und auch sonst kommen seine dunklen Seiten sehr kurz – von einer tiefgreifenden Wandlung kann jedenfalls keine Rede sein. In Ermangelung anderer schauspielerischer Herausforderungen stürzt der Star sich mit Eifer in die ausgedehnten Kampfsequenzen: Sein ausgiebiges Training mit dem Kali-Stock macht sich bezahlt und so erleben wir schließlich Frankenstein als Action-Helden.
Fazit:
Stuart Beatties „I, Frankenstein“ ist eine visuell ansprechende
und temporeich inszenierte Fantasy-Variation des berühmten Stoffes. Der mythologische Touch kommt deutlich zu kurz kommt und hätte der Gesamtatmosphäre sehr gut getan. Daher gibts nur gruselfreie 7 von 10 Punkte. (mk)

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