Samstag, 29. Juni 2019

Pets 2


(c) Universum Pictures Germany



Inhalt:

Kaum verlassen die Menschen früh morgens ihr Zuhause, um in die Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen zu gehen, geht es in ihren Wohnungen auch schon drunter und drüber – denn dann haben ihre tierischen Mitbewohner sturmfrei. Hund Max (gesprochen von Jan Josef Liefers) und seine Kumpanen haben allerdings nicht nur Spaß, sondern auch neue Sorgen, als im Tumult der Großstadt sowie beim Familienurlaub auf dem Land ein Menschensprössling gehütet werden soll. Und als wäre das noch nicht genug, verliert die Spitz-Dame Gidget (Jella Haase) auch noch Quietschebienchen, Max‘ über alles geliebtes Spielzeug, an eine Horde neurotischer Katzen! Während sie sich auf eine gefährliche Undercover-Rettungsmission begibt, will auch Kaninchen Snowball (Fahri Yardım) für das Gute eintreten. Als Superheld Captain Snowball hat er es sich gemeinsam mit Shih-Tzu Daisy (Senna Gammour) zum Ziel gesetzt, einen weißen Tiger aus den Fängen eines fiesen Zirkusbesitzers zu befreien.


Bewertung:

Das Konzept der Illumination-Studios hebt sich deutlich von der schwergewichtigen Konkurrenz ab: Während bei Disney, Pixar und DreamWorks animationstechnisch herausragende Meilenstein-Werke wie „Findet Dorie“, „Vaiana“ oder „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ für bis zu 200 Millionen Dollar und mehr produziert werden, setzt Illumination auf moderate Budgets um die 70 bis 80 Millionen Dollar. Die Filme sind aber – und das ist der Clou – an der Kinokasse oft ähnlich erfolgreich wie die doppelt bis dreifach so teuren Konkurrenzproduktionen. So spielte etwa der nur 75 Millionen Dollar teure Vorgänger „Pets“ weltweit satte 875 Millionen Dollar ein, weil es der Hauptzielgruppe der Kinder herzlich egal ist, ob der Film technisch state of the art ist und sie sich sowieso nicht um nicht die Meinung von erwachsenen Kritikern scheren (die Rezensionen zu „Pets“ waren eher durchwachsen). Die Geschichte muss knuffige Helden haben, zu Herzen gehen und vor allen Dingen einen grandios-knackigen Trailer haben. Und all das trifft auch auf „Pets 2“ zu, weshalb gerade die jüngeren Kinogänger auch hier wieder ihren Spaß haben werden.

Aber nicht nur bei den Animationen geht Illumination Kompromisse ein. Denn wo etwa Pixar oft Jahre wartet, um erst eine wirklich gute Story für eine mögliche Fortsetzung zu finden (man schaue nur auf den Abstand zwischen „Toy Story 3“ und „Toy Story 4“), ist „Pets 2“ deutlich anzumerken, dass hier einfach nur möglichst schnell ein zweiter Film mit dem Helden aus dem immens erfolgreichen ersten Teil hersollte. Ganz egal wie. Und so leidet „Pets 2“ auch merklich unter der gesplitteten Handlung. Nach der atmosphärisch gelungenen Exposition in New York (mächtig aufgepumpt durch die Big-Apple-Hymne „Empire State Of Mind“ von Alicia Keys & Jay Z), wo die Zuschauer mit den sympathischen Figuren wieder vertraut und auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht werden, verabschiedet sich Max samt Familie schon aufs Land. Das ist auch die weit aufregendere Story, weil der Jack-Russell-Terrier dort eine Entwicklung vom Angsthasen zum mutigen Hund durchmacht und spannende Abenteuer an der Seite von Duke und dem belebenden Neuling Rooster erlebt.

Die Episode in Manhattan, in der ein Quietscheentchen aus einer mit Katzen vollgestopften Wohnung gerettet werden muss, hat ebenfalls ihren Reiz, selbst wenn sie ziemlich für sich alleinsteht. Die Anstrengungen, nicht selbst in die Fänge des grausamen Katzenimperiums zu geraten, halten sogar für ein erwachsenes Publikum ein wenig Nervenkitzel bereit. Der Strang um die Befreiung des weißen Tigers wirkt hingegen tatsächlich mehr wie ein bloßer Lückenfüller, ein Publikumsliebling wie Snowball muss halt auch im Sequel irgendwas zu tun bekommen. Erst am Ende bringt Regisseur Renaud die Handlungsstränge wieder einigermaßen sinnvoll zusammen. So bleibt der Eindruck, dass hier etwas auf die Schnelle zusammengeschustert wurde. Wobei man zumindest von der Farm-Story durchaus gern noch mehr gesehen hätte, weil „Pets 2“ hier einfach am meisten Herz beweist.

 
Fazit: 
Die Animations-Abenteuer-Komödie „Pets 2“ ist ein turbulent-sympathischer Familienspaß vor allem für junge Kinofans.


Text (c) by MK

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