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| (c) Sony Pictures Germany |
Inhalt:
Als junges Mädchen beobachtete Molly (Tessa Thompson) einen Einsatz der Men In Black. Seitdem ist sie fest entschlossen, die Wahrheit über Aliens und die mysteriösen Männer in den schwarzen Anzügen herauszufinden. Sie verbringt ihre Freizeit damit, nach Antworten zu suchen und entdeckt schließlich das Hauptquartier der MIB in New York. Dort ist Agent O (Emma Thompson) von Mollys Intelligenz und detektivischen Fähigkeiten beeindruckt und macht aus Molly Agent M. Ihr erster Auftrag führt sie nach London, wo sie gemeinsam mit dem legendären Agent H (Chris Hemsworth) Vungus, einen Angehörigen eines außerirdischen Königshauses, treffen und ihm während seines Aufenthalts eine gute Zeit bereiten soll. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft wird er in einem noblen Nachtclub ermordet, gibt aber vor seinem Tod noch eine mächtige Waffe an M weiter. Die beiden Geheimagenten vermuten einen Maulwurf innerhalb der MIB-Organisation, der die Information über Vungus' Aufenthaltsort weitergegeben haben muss. Sie setzen nun alles daran, den Mörder und Verräter zu finden, bevor die mächtige Waffe in die falschen Hände gelangt ...
Bewertung:
Zur Orientierung im neuen Teil des „Men In Black“-Universums beginnt F. Gary Gray mit einem Prolog, der Chris Hemsworth („Thor“) und Liam Neeson („96 Hours - Taken“) als neue Kräfte einführt und ihre Fähigkeiten im Kampf gegen außerirdische Invasoren zeigt – gleichzeitig wird ironisch vermittelt, dass man selbst 2016 noch blitzdingst, wenn Zivilisten zu viel gesehen haben. Auch die folgende Rückblende, der die beschriebene Kindheitsepisode von Agentin M erzählt und ihre Motivation verdeutlicht, ist charmant erzählt und eine gelungene Einführung der neuen Figur (während Hemsworths Vorstellung nur rudimentär ausfällt). Da meint man glatt, den Einfluss des Ausführenden Produzenten Steven Spielberg zu spüren. Es ist durchaus unterhaltsam, Tessa Thompson („Creed“, „Auslöschung“) dabei zu beobachten, wie sie sich als ehrgeizige Molly staunend beim Eintauchen in die Men-In-Black-Welt schlägt, selbst wenn die Feminismus-Anspielungen, die ihre Figur permanent begleiten, gern weniger gewollt hätten ausfallen dürfen. Auch einige Gadgets sind mit Liebe zum Franchise kreiert, wenn zum Beispiel die Agenten M und H in ein Taxi steigen und sich das Gefährt plötzlich als schwindelerregender Fahrstuhl in ein unterirdisches Geheimquartier erweist. Doch nach dieser grundsoliden Exposition fällt „Men In Black: International“ kontinuierlich ab.
Schon die beiden akrobatischen Antagonisten sind ein Ausfall. Laurent Bourgeois und Larry Bourgeois, im wahren Leben Tänzer, Choreografen und YouTube-Stars, fehlt es merklich an Leinwandcharisma, das sie den Helden entgegensetzen könnten. Von einem seltsamen Effektgewitter begleitet und mit blaufunkelnden Augen ausgestattet strahlen sie trotz ihrer Kampfkunst kaum etwas Diabolisches aus. Ist die Chemie zwischen Chris Hemsworth und Liam Neeson als Lieblingsschüler und Vaterfigur noch in Ordnung, fällt die Verbindung von M und H schon deutlich holpriger aus. Während Hemsworth zum x-ten Male seine Lustiger-Thor-Nummer abzieht (inklusiv des unvermeidlichen Hammer-Zitats), setzen die Drehbuchautoren konsequent auf mittlerweile müde wirkende ironische Anspielungen auf Hemsworths makelloses Äußeres, was das gesamte weibliche MIB-Personal anzieht wie die Motten das Licht. Der „Avengers“-Star hat seiner etablierten Masche in „Men In Black: International“ einfach nichts Neues mehr hinzuzufügen – und mitunter geht die ständige Selbstironie sogar auf Kosten der emotionaleren Momente.
New York, London, Marrakesch und später Italien: Ein Blockbuster der größeren Kategorie muss einfach exotische Schauplätze rund um die Welt auffahren. Doch die Bilanz ist auch hier durchwachsen. Während die Marrakesch-Szenen sehr künstlich aussehen und kaum Atmosphäre verströmen, wird der Ausflug von H und M in die Wüste endgültig zum visuellen Desaster, weil die Aufnahmen der dort Gestrandeten so kristallklar als Green-Screen zu entlarven sind, dass es eines 110 Millionen Dollar teuren Films einfach nicht würdig ist. Überhaupt sind die Spezialeffekte selten auf der Höhe der Zeit, man bekommt vielmehr das Gefühl, in einem mittelprächtig gealterten 90er-Jahre-Film zu sitzen. Die modernen optischen Möglichkeiten nutzt „Men In Black: International“ zu selten aus – allein die Sequenz auf einer Neapel vorgelagerten Festungsinsel ist visuell voll überzeugend und wirkt wie aus einem James-Bond-Film. Schade nur, dass das große Talent von Rebecca Ferguson („Mission: Impossible – Rogue Nation“) verschenkt wird, weil ihr Auftritt nur von kurzer Dauer und trotz drei Armen nicht sonderlich erinnerungswürdig ausfällt.
Erzählerisch bleibt vieles Stückwerk, das nicht recht zusammenpasst. Doch „Men In Black: International“ hat noch eine weitere eklatante Schwäche: Nicht nur der Film als Ganzes ist in seiner Dynamik berechenbar, sondern auch nahezu jede einzelne Szene. Man weiß immer, worauf es am Ende des Dialogs hinauslaufen wird - von einigen der vorhersehbarsten und lahmsten Twists der jüngeren Blockbuster-Geschichte mal ganz zu schweigen. Der frische Witz fehlt, der Unterhaltungswert ist überschaubar.
Fazit:
„Men In Black: International“ ist ein halbgares Spin-Off, das mit seiner wenig stimmigen Story und teils mäßigen Effekten wie aus der Zeit gefallen wirkt.
Text (c) by MK

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