Freitag, 24. August 2018

Teen Titans GO! To The Movies


Facts:
Genre: Animation
Regie: Aaron Horvath, Peter Michail
Cast/Stimmen: Scott Menville, Greg Cipes, Tara Strong
Laufzeit: 84 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH


(c) Warner Bros GmbH


Inhalt:
Alle Superhelden bekommen ihren eigenen Film – nur die Teen Titans nicht! Das finden Robin (Stimme im Original: Scott Menville), Beast Boy (Greg Cipes), Cyborg (Khary Payton), Raven (Tara Strong) und Starfire (Hynden Walch) höchst unfair und so machen sie sich unter Robins Führung auf in Richtung Hollywood. Der ewige Batman-Sidekick hat die Nase voll davon, immer nur als zweite Geige wahrgenommen zu werden – er will ein Star sein! Im Gepäck haben die Titans außer großen Träumen auch noch jede Menge durchgeknallte Pläne und Ideen. Doch sie haben die Rechnung ohne den fiesen Superschurken Slade Wilson alias Deathstroke (Will Arnett) gemacht, der die Weltherrschaft an sich reißen will und die jugendlichen Helden deshalb kurzerhand in die falsche Richtung schickt. Schon bald gerät die Freundschaft der Titans untereinander in Gefahr und das Schicksal der Heldentruppe steht auf dem Spiel…


Bewertung:
Wer die Serie „Teen Titans Go!“ mag, wird auch mit „Teen Titans GO! To The Movies“ eine Menge Spaß haben. Schließlich ist der Kinofilm praktisch eine aufwändigere Version der Serie mit geschliffeneren und stärker in die Tiefe gehenden Animationen, besserer und größer inszenierter Action und noch mehr Witzen. Viele neue Fans wird die Kinoversion dem Franchise aber wohl trotzdem nicht bescheren, auch weil sich der Humor hier – wie bei so vielen auf Cartoon Network ausgestrahlten Serien – nicht bei einer bestimmten Zielgruppe anbiedert. So stehen auf Kinder zugeschnittene Furzwitze (einer davon war bereits im Trailer zu „bewundern“) hier ganz selbstverständlich neben bitterbösen Gags, bei denen selbst so manchem erwachsenen Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleiben dürfte.

In einer der zunächst lustigsten Sequenzen des Films reisen die Titans etwa zum Soundtrack von „Zurück in die Zukunft“ in die Vergangenheit, um zu verhindern, dass Superman, Batman & Co. überhaupt jemals zu Superhelden werden. Dabei sorgen sie unter anderem dafür, dass Baby-Aquaman zum Opfer einer Sixpack-Plastikhalterung wird und elendig ersäuft. Daneben ist „Teen Titans GO! To The Movies“ auch noch so vollgestopft mit Anspielungen auf die Comicgeschichte und die Serienvorlage, dass man oft kaum noch mitkommt. Wer hier nur mal kurz blinzelt, verpasst garantiert irgendeinen Gag im Hintergrund.

Trotzdem werden auch die eingefleischten Comicfans kaum geschlossen hinter „Teen Titans GO! To The Movies“ stehen. Denn auch wenn sie die ganzen Easter Eggs verstehen und zu würdigen wissen, dürften sie sich wie schon bei der Serie auch beim Film daran stören, wie hier mit Robin, Cyborg & Co. umgegangen wird. Die fünf jugendlichen Helden verhalten sich nämlich größtenteils hochgradig albern und kindisch. Wer gehofft hat, dass die für das Drehbuch verantwortlichen Serienschöpfer Michael Jelenic und Aaron Horvath das Spielfilmformat nutzen, um ihre Figuren weiterzuentwickeln, wird enttäuscht. Einzig Robin durchläuft so etwas wie eine Entwicklung, die allerdings weder besonders überraschend noch besonders einfallsreich ausfällt.

Langweilig wird es in den 84 Minuten aber nie – ganz im Gegenteil: Das Regie-Duo setzt dem Publikum fast schon im Sekundentakt neue Einfälle vor. Schon direkt am Anfang werden zuerst das DC- und direkt danach das Marvel-Studios-Intro in einem großartigen visuellen Übergang augenzwinkernd parodiert. Anschließend folgen unter anderem waschechte Musical-Nummern (Robin darf etwa darüber singen, wie ein Film über ihn aussähe), muntere Wechsel zwischen verschiedenen Animationsstilen und sogar eine großartige „Der König der Löwen“-Persiflage als (Alb-)Traumsequenz.

Die im Marketing für „Teen Titans GO! To The Movies“ im Vordergrund stehende Superhelden-Satire und der selbstironische (Meta-)Humor fallen dagegen insgesamt etwas zahnlos aus. Die meiste Zeit beschränken sich Jelenic und Horvath darauf, das Thema „Es gibt (zu) viele Superheldenfilme“ in verschiedenen Variationen durchzuspielen. So hat etwa jeder Superheld auf dem Warner-Studiogelände mittlerweile sein eigenes Studio und dreht dort ununterbrochen Filme, weshalb für die Rettung der Welt kaum noch Zeit bleibt.

Als schon deutlich gelungener erweisen sich hingegen einige gezielte Seitenhiebe auf andere Comicverfilmungen. So beobachten die Titans in einer Szene Batman und Superman bei Dreharbeiten. Wie in „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ gehen sie aufeinander los, bis sie herausfinden, dass ihre Mütter beide Martha heißen. Doch der Friede ist nur von kurzer Dauer, denn als herauskommt, dass ihre Väter unterschiedliche Vornamen haben, geht die Prügelei direkt wieder von vorne los…

Fazit: 
„Teen Titans GO! To The Movies“ ist eine würdige Fortsetzung von „Teen Titans Go!“, die Anhängern der Serie sicherlich gefallen, aber wohl eher keine neuen Fans für die albernen Superhelden-Teenies hinzugewinnen wird. Dafür vergeben wir gut animierte 6 von 10 Punkte. (mk)

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