Genre: Familie, Komödie, Animation
Regie: John Stevenson
Cast/Stimmen: Johnny Depp, James McAvoy, Emily Blunt
Laufzeit: 87 Minunten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
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| (c) Paramount Pictures Germany |
Inhalt:
Der Streit zwischen den Gnomen-Familien Zinnoberrot und Blaublut ist beigelegt und endlich konnte Gnomeo (Stimme im Original: James McAvoy) seine geliebte Julia (Emily Blunt) heiraten. Doch das gemeinsame Glück der Gartenzwerg-Clans in ihrer neuen Heimat London ist nur von kurzer Dauer: Denn plötzlich verschwinden auf einmal überall in der Stadt Gnome, was die heile Vorstadtwelt schwer erschüttert. Gnomeo und Julia wollen helfen, geraten mit ihren eigenen Ermittlungen jedoch bald in eine Sackgasse. Doch zum Glück nimmt sich der berühmte Gartenzwerg-Detektiv Sherlock Gnomes (Johnny Depp) des Falles an. Gemeinsam mit dem frisch verheirateten Gnomen-Paar und seinem Partner Dr. Watson (Chiwetel Ejiofor) macht er sich daran, die mysteriösen Ereignisse aufzuklären und die verschwundenen Wichte zu finden…
Bewertung:
In „Gnomeo und Julia“ wurde der Familienstreit des Shakespeare-Klassikers zu einem lapidaren Nachbarschaftszank in einer Reihenhaussiedlung umgedichtet – und dazu haben die Gartenzwerge, neben dem weißen Gartenzaun schließlich das Symbol für kleinbürgerliche Spießigkeit schlechthin, auch sinnbildlich perfekt gepasst. In „Sherlock Gnomes“ fehlt so eine zweite Ebene nicht nur völlig, es spielt hingegen sogar fast gar keine Rolle mehr, dass die Protagonisten Gartenzwerge sind. Stattdessen entpuppt sich der Plot als typischer und nicht mal besonders spannender Sherlock-Holmes-Fall (selbst wenn wir die zentrale Wendung haben kommen sehen, ist zumindest die trotzdem ganz nett).
Statt zumindest immer mal wieder auf die tönerne Beschaffenheit der Protagonisten anzuspielen, streuen die Macher zahlreiche Verweise auf andere berühmte Fälle des Meisterdetektivs ein – allerdings auf wenig clevere Weise. So heißen etwa die Besitzer der gemeinen Bulldogge im Park Baskerville. Und wenn man schon das literarische Vorbild wechselt, wäre es vielleicht sogar die bessere Entscheidung gewesen, damit auch gleich das gesamte Figurenpersonal auszutauschen: Die Shakespeare-Helden Gnomeo und Julia haben in der Welt von Arthur Conan Doyle nämlich schlicht nichts Sinnvolles zu tun – sie bleiben Anhängsel von Holmes und Watson, haben kaum Gags und ihr harmloser Ehekrach ist nun auch nicht gerade der PS-stärkste Storymotor.
Wie im offensichtlichen Vorbild, der „Toy Story“-Reihe von Pixar, gibt es auch in „Sherlock Gnomes“ Gags für Kinder und für Erwachsene – nur gehen diese Humorebenen hier nur selten fließend ineinander über. Stattdessen durchbrechen die Figuren bei den Pointen für ein älteres Publikum immer wieder die vierte Wand, etwa wenn sich die Gartenzwerge auf den Umzug in die britische Hauptstadt vorbereiten, indem sie komplizierte Starbucks-Kaffeebestellungen auswendig lernen. Für die jüngeren Zuschauer gibt es hingegen reichlich wilde Verfolgungsjagden, von denen aber keine wirklich heraussticht. Nur bei Barry dem Toilettenzwerg (Gary Bradbury) können dann alle Generationen gemeinsam schmunzeln.
Dafür dass „Sherlock Gnomes“ mit einem Produktionsbudget von circa 60 Millionen Dollar nur etwa ein Drittel einer durchschnittlichen Pixar-Produktion verschlungen hat, können sich die Animationen wirklich sehen lassen. Natürlich dürfte die Entscheidung für Gartenzwerge als Protagonisten damals auch gefallen sein, weil sie sich mit ihren verhältnismäßig glatten Oberflächen und wenig komplexen Formen sehr viel einfacher animieren lassen als menschliche oder tierische Figuren, aber trotzdem: Die Macher geben sich sichtlich Mühe, jeden kleinen Riss oder jedes abgesplitterte Stück Farbe liebevoll umzusetzen – und so entwickeln die Figuren am Ende zumindest auf einer rein ästhetischen Ebene mehr Charakter, als es die beliebige Story eigentlich verdient hätte.
Fazit:
Ein eher temporeiches als gewitztes Gartenzwerg-Krimiabenteuer, für das wir leider nur 4 von 10 Punkte vergeben können. (mk)

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