Mittwoch, 28. März 2018

Pacific Rim Uprising OV 3D IMAX


Facts:
Genre: Action, SciFi
Regie: Steven DeKnight
Cast: John Boyega, Scott Eastwood, Cailee Spaeny
Laufzeit: 111 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany

 
(c) Universal Pictures Germany


Inhalt: 

Es sah danach aus, als würde Jake Pentecost (John Boyega) eine glorreiche Zukunft als Jaeger-Pilot haben und die Menschheit so im gigantischen Roboter vor den riesigen Wassermonstern Kaiju beschützen. Damit hätte er in die Fußstapfen seines Vaters Stacker treten können, der sich im Widerstand gegen die Kreaturen aus einer anderen Welt opferte. Aber weil Stacker in Jakes Schwester Mako Mori (Rinko Kikuchi) mehr Hoffnungen legte und der junge Mann die Erwartungen des Vaters nie zu erfüllen vermochte, schmiss er das Pilotentraining und landete in der Unterwelt, wo er Dieb und Schwarzmarkthändler wurde. Doch die Menschheit braucht ihn im Angesicht einer nie zuvor gesehenen Bedrohung. Mako führt ein neues Team junger Jaeger-Piloten an, zu dem auch Jake stoßen soll. Gemeinsam mit seinem Rivalen Lambert (Scott Eastwood), der Hackerin Amara (Cailee Spaeny) und der ebenso mutigen wie konfliktbeladenen Jules Reyes (Adria Arjona) wird Jake Teil der wichtigen Verteidigungstruppe…


Bewertung: 

Wenn man dem ersten Teil etwas ankreiden kann, dann die Tatsache, dass das Ganze hin und wieder ein wenig zu ernst rüberkommt. Das scheinen auch die Macher des Sequels so empfunden zu haben, und so herrscht in „Uprising“ von der ersten Minute an ein deutlich leichtfüßigerer, bisweilen gar alberner Tonfall. Die Geschichte beginnt mit einem betont lässigen Voice-Over der späteren Hauptfigur Jake Pentecost – dem typischen Abziehbild eines jungen Mannes, der kurz davorsteht, vom rechten Pfad abzukommen. Wenn seine Figur den Tag damit verbringt, sich auf illegale Weise Geld zu beschaffen, indem er die Technik alter Jaeger-Roboter ausschlachtet und dabei regelmäßig seine Kunden und Interessenten übers Ohr haut, inszeniert DeKnight das betont spritzig. Er packt einen coolen Spruch nach dem anderen in seinen Film, sodass man sich zuweilen an jüngere Fantasyactioner der Marke „Power Rangers“ mit ihrem hohen Humoranteil erinnert fühlt. Die Gagoffensive setzen die Autoren bis zum Ende fort und dabei überspannen sie den Bogen gelegentlich: Wirkte der erste Film manchmal etwas gewollt düster, so kommt der zweite Teil oft etwas albern und pseudocool daher.

In „Pacific Rim: Uprising“ steht eine sehr viel jüngere Generation an Jaeger-Piloten im Mittelpunkt als zuvor. So jung, dass Scott Eastwood  mit gerade einmal Mitte 20 hier jene Rolle übernimmt, die im ersten Teil noch der deutlich mehr Respekt einflößende Enddreißiger Idris Elba verkörperte. Und auch diesmal leisten sich zwei Hauptfiguren eine ganz persönliche Fehde: John Boyegas  Jake und Eastwoods Lambert waren zu Ausbildungszeiten große Rivalen, bis sich Jake nach dem Tod seines Vaters dazu entschloss, einen anderen Weg einzuschlagen als die Militärkarriere. Der Kabbelei zwischen den beiden Männern, die im Ernst der Lage natürlich schon bald wieder an einem Strang ziehen, fehlt es zwar an emotionaler Unterfütterung (beide bleiben bis zuletzt vor allem auf ihre körperlichen Fähigkeiten als Jaeger-Rekruten reduziert), doch über weite Strecken ist der schematische und mit gelegentlichen Onelinern garnierte Hahnenkampf immerhin kurzweilig. Einen willkommenen Kontrapunkt dazu setzt die von Newcomerin Amara Namani verkörperte Cailee, die als toughes Hacker-Girl ein gutes Leinwanddebüt abliefert.

Während die um einen machthungrigen Technikkonzern erweiterte Prämisse eher funktional als tiefschürfend ausgebaut wird, sind die für solch einen Film so wichtigen Trickeffekte eine zwiespältige Angelegenheit. Wie schon im Vorgänger steckt auch „Uprising“ voller visueller Spielereien und die CGI-Animation der Riesenmonster ist nicht bloß detailverliebt, sondern entfaltet auf der Leinwand auch die notwendige Wucht. Allerdings fehlt den klobigen Jaegern hier die Schwerfälligkeit, die sie im Franchise-Auftakt noch so echt wirken ließ. Wenn hier gute gegen böse Roboter kämpfen (ja, in „Pacific Rim: Uprising“ kämpfen nicht immer nur Jaeger gegen Kaijus!), haben die riesigen Blechbüchsen bisweilen die immense Beweglichkeit von Transformers, wenn sie an Häuserwänden hochklettern, oder sich rollend vorwärtsbewegen, und auch die Technik innerhalb der Jaeger wurde modernisiert. Was fehlt, ist der Charme des Handgemachten und Unperfekten, der „Pacific Rim“ noch eine angenehme Bodenständigkeit verliehen hatte.

Die Fans der Kaijus müssen sich hier übrigens mehr als eine Filmstunde gedulden (von 111 Minuten), bis sich endlich drei Riesenmonster ihren Weg an die Erdoberfläche bahnen. Davor gibt es abgesehen von einem kurzen Flashback nur auf die Dauer etwas ermüdende Kämpfe Jaeger gegen Jaeger. Erst im Schlussspurt ziehen die Macher noch einmal alle Register und feiern eine einmal mehr sehr übersichtlich gefilmte  Zerstörungsorgie, in denen die monströsen Meeresungetüme eine ganze Metropole in Schutt und Asche legen – natürlich nicht, bevor die Einwohner in unterirdischen Bunkern Schutz gefunden haben. Hier erinnert der Film im besten Sinne an den Ideenreichtum des ersten Teils. Und wie es den Kämpfern des Heldenteams zum Teil ergeht, ist zwar konsequent, aber für einen Blockbuster dieses Kalibers nicht selbstverständlich. Genauso wenig wie eine unerwartete Entwicklung, die die beiden Publikumslieblinge Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) hier durchmachen müssen. Nur so viel: Spätestens im dritten Teil wollen wir wissen, was sich hinter „Plan B“ verbirgt.

Fazit: 
An den detailverliebten Vorgänger kommt Steven DeKnights „Pacific Rim: Uprising“ zwar nicht annähernd heran. Immerhin bietet aber auch das manchmal etwas alberne Sequel einige technische Finessen und durchaus unerwartete Wendungen. Leider kommen dabei ausgerechnet die Kaijus selbst zu kurz. Dennoch waren wir sehr gut unterhalten in der 3D IMAX Versionund vergeben daher 7 von 10 monsterhafte Punkte (mk)

Samstag, 17. März 2018

Tomb Raider 2018


Facts:
Genre: Abenteuer, Action
Regie: Roar Uthaug
Cast: Alicia Vikander, Dominic West, Walton Goggins
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Warner Bros GmbH


(c) Warner Bros GmbH


Inhalt:
Vor sieben Jahren verschwand Lord Richard Croft (Dominic West), der Vater der mittlerweile 21-jährigen Lara Croft (Alica Vikander), doch noch immer hat sie nicht die Kontrolle über dessen global agierendes Wirtschaftsimperium übernommen, sondern lebt als Fahrradkurierin in London. Eines Tages beschließt Lara dann jedoch, den vermeintlichen Tod ihres Erzeugers aufzuklären. Dafür reist sie zu seinem letzten bekannten Aufenthaltsort, einer kleinen Insel vor der Küste von Japan. Dort hatte dieser ein geheimnisvolles Grabmal untersucht. Doch kaum an der Insel angekommen, sieht sich Lara zahlreichen lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt und sie muss bis an ihre Grenzen gehen und – ausgestattet lediglich mit ihrem scharfen Verstand und ihrem beträchtlichen Willen – um ihr Überleben kämpfen.


Bewertung:
Nach neun Teilen der Hauptserie wurde die 1996 gestartete Videospielreihe „Tomb Raider“ im Jahr 2013 mit einem ebenfalls schlicht „Tomb Raider“ betitelten Reboot fit für die nächste Gamer-Generation gemacht. Statt um eine erfahrene Abenteuerin geht es darin um die 21 Jahre junge Nachwuchsarchäologin Lara Croft, die erste Erfahrungen als Forscherin sammelt. Diese Frischzellenkur kam offenbar auch bei den Spielern sehr gut an, denn mit etwa elf Millionen verkauften Einheiten mauserte sich der Neustart zum erfolgreichsten Teil der gesamten Reihe. Eine frische Lara Croft plus ein solch neu entfachtes Interesse seitens der Spielerschaft? Damit war natürlich der perfekte Zeitpunkt gekommen, um nach den zwei Angelina-Jolie-Blockbustern von 2001 und 2003 auch die Kinoversion der wohl ikonischsten aller Videospielheldinnen einer Reboot-Behandlung zu unterziehen.

Und tatsächlich: Trotz des Ausstiegs der für den Part sicherlich auch gut geeigneten Daisy Ridley, die wegen ihrer Verpflichtungen für „Star War 9“ absagen musste, haben die Verantwortlichen mit der Oscarpreisträgerin Alicia Vikander („Ex Machina“, „The Danish Girl“) eine in jeder Hinsicht hervorragend passende Hauptdarstellerin gefunden, die aus Lara Croft eine zeitgemäße Actionheldin für das Jahr 2018 macht. Nur ist es dem Regisseur Roar Uthaug und seinen Drehbuchautoren Geneva Robertson-Dworet („Captain Marvel“) und Alastair Siddons („Das Gesetz der Familie“) leider nicht gelungen, ihrer überzeugenden Protagonistin in „Tomb Raider“ auch noch ein angemessenes Leinwandabenteuer auf den Leib zu schneidern.


Gleich in der allerersten Szene sehen wir Lara beim Kickboxtraining – und zwar wie sie von ihrer Sparringspartnerin Rose (Annabel Elizabeth Wood) ziemlich übel vermöbelt wird. Auch im Pfandhaus lässt sie sich kurz darauf von dem schmierigen Max (Nick Frost) beim Verkauf eines antiken Amuletts leicht über den Tisch ziehen, während sie jedes Pfund zwei Mal umdrehen muss, weil sie mit dem Essenausfahren kaum mehr als den Mindestlohn verdienen dürfte. Die neue Lara Croft ist eben nicht länger eine omnipotente weibliche Version von 007, wie es noch bei der Interpretation von Angelina Jolie der Fall war, sondern eine zwar extrem talentierte, aber längst noch nicht ausgelernte Nachwuchsabenteurerin, die auch öfter mal auf die Schnauze fällt.

Das macht die Figur erst einmal spannend, zumal Alicia Vikander diese Unfertigkeit auch perfekt verkörpert: Zwar hätte man der zartgebauten Schwedin ein solche Kickass-Rolle vorab gar nicht unbedingt zugetraut, aber sie hat sich in der Vorbereitung sogar derart viele Muskeln drauftrainiert, dass man es ihr nun sogar abkauft, wenn sie an einer Stelle das Gesicht eines bestimmt doppelt so schweren Handlangers vom Typ Bodybuilder solange in eine Schlammpfütze drückt, bis er nicht einmal mehr zuckt. Trotzdem muss Lara auch nach der Kickbox-Demütigung zu Beginn im Verlauf der Handlung weiterhin eine ganze Menge einstecken, was sich auch in ihrem zunehmend von Bandagen, Schrammen und Wunden geprägten Äußeren widerspiegelt.

Allerdings bleibt es größtenteils bei diesen äußeren Manifestationen. Man sieht die Schrammen, aber man fühlt sie nicht. Anders als etwa bei Bruce Willis in „Stirb langsam“, wo man jede einzelne Glasscherbe an seinen eigenen Füßen zu spüren glaubt, gelingt es Roar Uthaug viel zu selten, seinen Actionszenen die nötige Körperlichkeit zu verleihen. Und damit meinen wir gar nicht mal in erster Linie, dass das zugrundeliegende Spiel noch ab 18 Jahren freigegeben war, während die Verfilmung nun sogar eine FSK ab 12 bekommen hat. Vielmehr leiden die Actionszenen abgesehen von einem sehenswerten (weil handgemachten) Fahrradrennen durch die stark befahrene Londoner City ganz allgemein an schwachen CGI-Effekten, die den zerschellenden Schiffen, auseinanderbrechenden Rostflugzeugen und einstürzenden Grabkammern leider jegliches Gewicht rauben.

Wenn Lara mit einem zerlöcherten Fallschirm durch die Gipfel eines dichtbewachsenen Waldes hindurch abstürzt und schließlich auf dem Boden aufschlägt, dann wirkt das fast so, als würde Vikander auf den letzten paar Metern vor dem Aufprall von einem Computer ausgespuckt. Nun wurde der Norweger Roar Uthaug ja sicherlich auch deshalb angeheuert, weil es ihm in dem Tsunami-Drama „The Wave“ mit einem verhältnismäßig geringen Budget gelungen ist, wahrhaft beeindruckende Computeranimationen zu erschaffen. Im Fall von „Tomb Raider“ hätten aber unbedingt noch zehn bis zwanzig Millionen Dollar mehr in Richtung der Effektabteilung fließen müssen.

Aber es ist nicht nur das Fehlen des Eindrucks von Gewicht und Schwere, das uns an den Zerstörungssequenzen stört. Abgesehen vom Fahrradrennen fallen die Actionszenen auch allesamt arg generisch aus, womit sie sich einer Story anpassen, die ebenfalls so gar nichts Erinnernswertes an sich hat. Egal ob der Weg nach Yamatai, die bleihaltigen Auseinandersetzungen auf der Insel oder eine ausgedehnte Grabkammermission im finalen Drittel – all das entpuppt sich als „Indiana Jones“-Plot nach Schema F ohne Witz, Charme und Spannung. Oder anders gesagt: „Tomb Raider“ ist leider ein ziemlich ödes Abenteuer. Wobei neben Vikander zumindest noch Walton Goggins als Bösewicht überzeugt, während der Rest des Cast völlig blass bleibt. Vor allem Dominic West („The Wire“) ist als Lord Croft eine harsche Enttäuschung.

Gamer haben hier zumindest den Vorteil, dass sie den vielen Leerlauf nutzen können, um nach den zahlreichen Anspielungen auf die Videospielreihe Ausschau zu halten. Davon gibt es nämlich reichlich, auch wenn wir euch an dieser Stelle lieber kein einziges Beispiel nennen wollen, schließlich ist diese Easter-Egg-Suche häufig das einzige Vergnügen, das einem bei dieser müden Blockbuster-Expedition noch bleibt.

Fazit: 
Alicia Vikander macht aus Lara Croft eine zeitgemäße Actionheldin, die allerdings in ein Abenteuer geschmissen wird, das sicherlich auch schon zum Release des ersten Teils der Videospielreihe vor 22 Jahren altbacken gewirkt hätte. Deshalb ist „Tomb Raider“ nun auch einer der seltenen Filme, von dem wir uns unbedingt eine Fortsetzung wünschen, obwohl uns der erste Teil nicht sonderlich gut gefallen hat – das Potential für einen richtig guten „Tomb Raider“-Film mit Alicia Vikander ist nämlich definitiv vorhanden.Dafür vergeben wir leicht enttäuschte 6 von 10 Punkte. (mk)