Facts:
Genre: Drama
Regie: Francis Lee
Cast: Josh O´Connor, Alec Secareanu, Gemma Jones
Laufzeit: 104 Minuten
FSK: ab 12
Jahre
Verleih: Salzgeber & Company Medien
Inhalt:
Der 24-jährige Johnny Saxby (Josh O’Connor) führt kein glückliches Leben: Das Leben auf der Schafsfarm seiner Familie ist karg, die Arbeit hart und eintönig und das Verhältnis zu seinem kranken Vater Martin (Ian Hart) und seiner unnahbaren Großmutter Deirdre (Gemma Jones) schlecht. Aus Frustration betrinkt sich Johnny jeden Abend in einem Pub in der Nähe seiner Heimat und hat ab und zu unverbindlichen Sex mit anderen Männern. Daran ändert sich zunächst auch nichts, als im Frühling der Saisonarbeiter Gheorghe (Alec Secareanu) aus Rumänien auf der Farm anfängt. Doch nach und nach kommen sich die beiden jungen Männer näher und verlieben sich ineinander. Vor allem Johnny fühlt sich zu Gheorghe hingezogen, doch ihre Beziehung wird dadurch beeinträchtigt, dass dieser am Ende der Saison eigentlich nach Rumänien zurückkehren muss…
Bewertung:
Natürlich denkt man bei der Männer-Romanze „God‘s Own Country“ an den
oscargekrönten Erfolg „Brokeback Mountain“. Und das ist auch völlig in
Ordnung. Die beiden Filme sind ähnlich gelagert. Sie haben schweigsame
schwule Liebende. Und sie spielen in einsamen Landschaften, deren Reiz
sich nicht sofort erschließt. Der große Unterschied zwischen den Filmen: „God‘s Own Country“ ist viel persönlicher als der große amerikanische Bruder.
„Country“-Regisseur Francis Lee ist in Yorkshire aufgewachsen. Gedreht wurde im Haus seiner Kindheit und Jugend. In seinem sehr zärtlichen Film, der manchmal wie eine extrem präzise beobachtete Dokumentation wirkt, geht es auch um die Frage des Regisseurs, was aus ihm wohl geworden wäre, hätte er nicht beizeiten diesen Landstrich verlassen und wäre nach London gegangen.
Der zweite große Unterschied zu „Brokeback Mountain“: Francis Lee ist ein sehr stiller Unterhalter. Ihm geht es - anders als „Brokeback“-Regisseur Ang Lee - darum, den Alltag möglichst alltäglich wiederzugeben. Die emotionalen Momente überraschen den Zuschauer nicht. Sie kommen wie beiläufig. Dadurch entsteht hin und wieder der Eindruck, Francis Lee könnte in einigen Szenen schneller zum Punkt kommen. Aber dann wäre die ganze Poesie weg.
Fazit:
Berührender Liebesfilm zwischen einem Jungbauern aus Yorkshire und einem
sanften Saisonarbeiter aus Rumänien, ein Essay über Landschaften und
Körperlichkeit: das alles ist Francis Lees Debüt »God's Own Country«.
Gutes Queer Cinema. Dafür gibts von uns 7,5 von 10 Punkte. (mk)

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