Sonntag, 17. Januar 2016

Gut zu Vögeln



Facts:
Genre: Komödie
Regie: Mira Thiel
Cast: Anja Knauer, Max von Thun, Max Giermann
Laufzeit: 92 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Constantin Film Verleih


(c) Constantin Film Verleih

Inhalt: 
Society-Reporterin Merlin (Anja Knauer) wird kurz vor der Hochzeit von ihrem Verlobten sitzengelassen und zieht in das freigewordene WG-Zimmer ihres Bruders Simon (Max Giermann), der gerade mit Frau und Baby zusammengezogen ist. Mitbewohner Jacob (Max von Thun), ein Barkeeper, der jede Nacht eine andere im Bett hat, ist von dem heulenden Häufchen Elend in seiner ehemaligen Jungs-WG zunächst gar nicht begeistert, doch dann macht er es sich zur Aufgabe, Merlin von ihrem Liebeskummer zu befreien. Putzen gegen Traurigkeit und ein One-Night-Stand sind nur einige der Ideen, die er in petto hat. Danach geht das Beziehungschaos erst so richtig los – bei dem auch Jacob rasch die Kontrolle verliert. Ob in dieser Situation ein Männer-Trip zum Ballermann die richtige Idee ist, vor allem, wenn Merlin einfach ohne Einladung mitkommt? 

Bewertung:
Das dramaturgische Strickmuster von „Gut zu Vögeln“ ist nicht nur den Fans romantischer Komödien bestens vertraut: Einmal mehr folgt auf anfängliche Abneigung die allmähliche Annäherung der Liebenden, ehe ein Missverständnis alles über den Haufen zu werfen scheint. Nun leiden die Protagonisten getrennt voneinander vor sich hin (dieses separate Schmachten und Sehnen wird bevorzugt in einer Parallelmontage dargebracht) und am Ende löst sich selbstverständlich doch noch alles in Wohlgefallen auf. Diesen bewährten Weg zum Happy End beschreitet auch Mira Thiel, wodurch die Handlung komplett vorhersehbar ist, was im Genrekontext natürlich nicht weiter schlimm ist. Entscheidend ist hier nicht das Was?, sondern das Wie? und da sorgen einige hübsche Einfälle zumindest stellenweise für einen gewissen Charme: Mal begrüßt Merlins neue Arbeitskollegin sie mit den Worten „Come in and burn out“, mal tüftelt der Kindskopf Jacob an einem neuartigen Spray-Kondom oder er steigt mit einem Playmobil-Piratenschiff in die Badewanne.

Abgesehen von solchen lichten Momenten bleibt den Darstellern angesichts der im Genre-Korsett steckenden Figuren wenig Spielraum zur Entfaltung. Die von Liebeskummer geplagte Romantikerin Merlin und der unter Bindungsangst leidende Jacob bedienen gängige Klischees und verfügen kaum über Eigenständigkeit. Sie lavieren sich durch eine Reihe recht nichtssagender Gags, die gelegentlich die Gefilde des Fäkalhumors streifen. Für etwas Abwechslung im wenig witzigen Einerlei sorgen ein halbes Dutzend Gastauftritte von Prominenten, darunter Oliver Kalkofe als Frauenarzt Dr. Adam. Als ziemlich anstrengend erweist sich hingegen die omnipräsente Filmmusik, über die noch jede Gefühlsregung der Figuren kommentiert wird. Schöne Einfälle wie das Einspielen der „Tetris“-Titelmelodie beim Stapeln von Umzugskartons bleiben wie beim gesamten Film leider die Ausnahme.

Fazit: 
Eine Romantikkomödie von der Stange mit nur wenigen wirklich witzigen Ideen. Dafür gibts leider nur einfaltslose 3 von 10 Punkte (mk)

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