Montag, 17. August 2015

Fantastic Four 2015



Facts:

Genre: Action, Fantasy
Regie: Josh Trank
Cast: Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan
Laufzeit: 101 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Constantin Film Verleih


(c) Constantin Film Verleih

Inhalt: 
Johnny Storm (Michael B. Jordan), seine Schwester Sue (Kate Mara), Reed Richards (Miles Teller) und Ben Grimm (Jamie Bell) sind vier Freunde, die einen Forschungsunfall mit einschneidenden Veränderungen erleben: Nachdem Tüftler und Genie Reed die Grundlagen für das entsprechende Verfahren entwickelt hat, werden die Vier in ein Paralleluniversum teleportiert und verfügen danach über Superkräfte. Storm wird zur menschlichen Fackel, Sue kann unsichtbar werden, Reed seine Gliedmaßen gummiartig verlängern und Grimm verwandelt sich in den klobigen Steinkoloss „Das Ding“. Doch die neuen Fähigkeiten sind keine harmlose Spielerei, sie wecken das Interesse des Militärs – und das des sinisteren Forschers Dr. Victor von Doom (Toby Kebbell), der ausgerechnet in Johnnys und Sues Vater Dr. Franklin Storm (Reg E. Cathey) einen Mentor fand…

Bewertung:
Als die Fantastic Four endlich zu den Fantastic Four werden, sind drei Fünftel des Films bereits vorbei. Das muss natürlich nicht schlecht sein – ganz im Gegenteil: „Iron Man“ hat schließlich gezeigt, dass sich eine saubere Origin Story anschließend zigfach rentieren kann. Aber hier ist das alles einfach nur öde: Obwohl sie mit Miles Teller („Whiplash“), Michael B. Jordan („Creed“) und Kate Mara („House Of Cards“) die Crème de la Crème des Hollywoodnachwuchses zur Verfügung haben, ist Josh Trank und seinen Schreibpartnern Simon Kinberg („Jumper“) und Jeremy Slater („The Lazarus Effect“) für keine der Figuren etwas Bahnbrechendes oder auch nur irgendwie Interessantes eingefallen. Stattdessen bekommen wir lieblose Wissenschafts-Montagen in einem völlig unspektakulären Laborset geboten. Und weil das ja jetzt die ernsthaften Fantastic Four sein sollen, gibt es auch nicht die üblichen Frotzeleien, die andere Superhelden-Teams so unterhaltsam machen (im ganzen Film gibt es vielleicht drei zündende Pointen, das schaffen die Avengers pro Minute). Aber wenn man einen auf seriös und geerdet machen will, dann braucht es dazu eben spannende, ambitionierte Figuren (siehe „The Dark Knight“) und keine austauschbaren Klischee-Teenies, denen man zudem in keiner Szene abnimmt, dass sie die wissenschaftlichen Apparaturen um sich herum tatsächlich entworfen haben oder wenigstens bedienen können.

Nach der Rückkehr aus der anderen Dimension macht sich beim Publikum doch noch kurz Hoffnung breit: Während Reed an seiner Verantwortung für den Unfall zu zerbrechen droht, wird Ben (nun das Steinmonster The Thing) vom US-Militär für geheime Operationen eingesetzt, in deren Verlauf er Dutzende von Feinden eliminiert. Kommt jetzt endlich der erwartete düstere Comic-Film,? Nein! Das Zwischenspiel dauert lediglich 15 Minuten und dann ist auch alles direkt wieder gut. Ben schaut ein bisschen grimmig, aber ansonsten scheinen seine Opfer sein Gewissen nicht weiter zu belasten. Stattdessen wird nahtlos in den Showdown übergegangen: Dr. Doom sieht in seinem Ganzkörper-Gummianzug, der jeden mimischen Ausdruck unmöglich macht, aus wie der Bösewicht aus „Masters Of The Universe“ oder einem anderen Trashfilm aus den 1980ern. Zudem ist der Übergang der realen Sets zu den per Computer hinzugefügten Hintergründen so leicht zu erkennen, dass keine der Szenen in der anderen Dimension auch nur für einen Moment glaubhaft wirkt – solche Effekte sind eines Blockbusters des Jahres 2015 schlicht nicht würdig. Da ist es fast schon egal, dass das finale Duell derart wirr choreographiert ist, dass man kaum mitbekommt, was da gerade auf der Leinwand vorgehen soll.

Fazit: 
Der neueste Reboot der Fantastic Four ist das Kino-Äquivalent zu Malware. Er ist schlimmer als wertlos. Teenies als Superhelden mit Tiefgang und Charakter? - auch hier leider Fehlanzeige. Dafür gibts nur 2 von 10 enttäuschende Punkte. (mk)

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