Facts:
Genre: Biografie
Regie: James Marsh
Cast: Eddie Redmayne, Felicity Jones, Tom PriorGenre: Biografie
Regie: James Marsh
Laufzeit: 123 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt:
Während seines Studiums an der renommierten Cambridge University in den
1960er Jahren verliebt sich der brillante Naturwissenschaftler Stephen
Hawking (Eddie Redmayne) bis über beide Ohren in die Sprachenstudentin
Jane Wilde (Felicity Jones). Einen herben Rückschlag erhält der
theoretische Physiker, der sich vor allem mit dem Phänomen der Zeit und
dem Ursprung des Universums beschäftigt, im Alter von nur 21 Jahren, als
bei ihm die degenerative Nervenkrankheit ALS diagnostiziert wird. Die
Ärzte geben ihm nur noch etwa zwei Jahre zu leben. Doch schiere
Willenskraft und nicht zuletzt die Liebe Janes, die ihn nach dem
niederschmetternden Befund nicht etwa verlässt, sondern seine Frau wird,
helfen ihm, den immer größeren körperlichen Einschränkungen zu trotzen
und schließlich mit seinen bahnbrechenden Forschungen in die Geschichte
einzugehen.
Bewertung:
Stephen Hawking kennt wohl jeder und seinen körperlichen Ist-Zustand hat jeder vor
Augen. Der legendäre britische Physiker ist bewegungsunfähig und kann
mittlerweile nur noch über den Augenkontakt kommunizieren. Regisseur
James Marsh widmet sich allerdings der
Frühphase von Hawkings wissenschaftlicher Laufbahn und beginnt seine
Erzählung im Jahr 1963, sodass das Publikum den brillanten
Wissenschaftler auch vor seiner folgenschweren Erkrankung erleben kann.
So macht Marsh die Forschungen Hawkings zum
Ursprung des Universums ganz im Sinne des populären Physikers durch
Vereinfachung und Zuspitzung auch für Laien nachvollziehbar. Es geht in
„Die Entdeckung der Unendlichkeit“ letztlich auch nur am Rande um das
Wesen der Zeit, denn im Kern ist der Film ein charmantes romantisches
Drama, das im Ton einer leichten Liebeskomödie beginnt und sich später
zu einer pikanten Dreiecksgeschichte mit dem Witwer Jonathan Hellyer
Jones (Charlie Cox) entwickelt, was interessante moralische Fragen
provoziert. So macht Marsh aus einer ganz speziellen Geschichte eine
universelle – denn trotz aller schwierigen Umstände kämpfen Stephen und
Jane um die Liebe.
Das Schicksal Hawkings lässt niemanden unberührt – der Regisseur weiß das und aktiviert das Mitgefühl der Zuschauer. Er verschafft dem jungen Wissenschaftler, der schon zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab, ein Nerd war, alle Sympathien: Zu sehen, wie sein Körper nach kleineren Defekten mehr und mehr zerfällt, ist schockierend, aber der Lebensmut und die Weisheit, mit denen sich Hawking seinem schweren Schicksal stellt, sind eine wahre Inspiration – das vermittelt Marsh, ohne dass der Film dabei jemals belehrend oder beschönigend wirkt. Was Inhalt und Erzählstruktur angeht, folgen der Regisseur und sein Drehbuchautor Anthony McCarten indes dem starren Schema der allermeisten biografischen Spielfilme und haken entscheidende Lebensereignisse ab. Bezeichnend für diese Herangehensweise ist die Deutlichkeit, mit der Hawkings erste kleine motorische Ausfälle dokumentiert werden, das Publikum wird förmlich mit der Nase darauf gestoßen. Hawkings Leben erscheint hier über die drei Jahrzehnte bis in die 90er als eine Folge schicksalhaft zusammenhängender Schlüsselmomente, was im Ganzen betrachtet sehr gezwungen wirkt. Allerdings sind viele der einzelnen Szenen gerade durch die Unausweichlichkeit der Entwicklung so berührend.
Die fehlende erzählerische Risikobereitschaft machen die beiden fantastischen Hauptdarsteller ohnehin mühelos wett. Eddie Redmayne nutzt die Chance seines Lebens und geht ganz in seiner anspruchsvollen Rolle auf. Mit Akribie und Disziplin zeichnet er den physischen Verfall nach, die schiefe Kopfstellung, die gekrümmte Hand, auch die nach und nach verblassende Sprachfähigkeit – all diese körperlichen Herausforderungen meistert Redmayne perfekt, aber das Herzstück seines Porträts ist die feinfühlige Darstellung eines ungebrochenen Geistes: Hawkings Selbstironie und sein feiner Humor werden zur Waffe gegen die erniedrigenden Einschränkungen eines fremdbestimmten Lebens. Redmaynes beeindruckende Tour de Force konnte man angesichts der Rolle vielleicht nicht zwangsläufig erwarten, aber doch erhoffen. Daneben ist die herausragende Leistung von Felicity Jones eher überraschend, denn sie steht als Frau an Hawkings Seite eben nicht im Schatten des Kollegen, sondern erweist sich als ebenbürtige Partnerin. Jane hat sich zu Beginn der Beziehung für den bedingungslosen Kampf entschieden und Jones bringt uns die unglaubliche Willenskraft der zierlichen Frau pointiert und nuanciert nahe, ohne die Mühen und Schwierigkeiten herunterzuspielen, die das Leben mit Stephen Hawking mit sich bringt.
Das Schicksal Hawkings lässt niemanden unberührt – der Regisseur weiß das und aktiviert das Mitgefühl der Zuschauer. Er verschafft dem jungen Wissenschaftler, der schon zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab, ein Nerd war, alle Sympathien: Zu sehen, wie sein Körper nach kleineren Defekten mehr und mehr zerfällt, ist schockierend, aber der Lebensmut und die Weisheit, mit denen sich Hawking seinem schweren Schicksal stellt, sind eine wahre Inspiration – das vermittelt Marsh, ohne dass der Film dabei jemals belehrend oder beschönigend wirkt. Was Inhalt und Erzählstruktur angeht, folgen der Regisseur und sein Drehbuchautor Anthony McCarten indes dem starren Schema der allermeisten biografischen Spielfilme und haken entscheidende Lebensereignisse ab. Bezeichnend für diese Herangehensweise ist die Deutlichkeit, mit der Hawkings erste kleine motorische Ausfälle dokumentiert werden, das Publikum wird förmlich mit der Nase darauf gestoßen. Hawkings Leben erscheint hier über die drei Jahrzehnte bis in die 90er als eine Folge schicksalhaft zusammenhängender Schlüsselmomente, was im Ganzen betrachtet sehr gezwungen wirkt. Allerdings sind viele der einzelnen Szenen gerade durch die Unausweichlichkeit der Entwicklung so berührend.
Die fehlende erzählerische Risikobereitschaft machen die beiden fantastischen Hauptdarsteller ohnehin mühelos wett. Eddie Redmayne nutzt die Chance seines Lebens und geht ganz in seiner anspruchsvollen Rolle auf. Mit Akribie und Disziplin zeichnet er den physischen Verfall nach, die schiefe Kopfstellung, die gekrümmte Hand, auch die nach und nach verblassende Sprachfähigkeit – all diese körperlichen Herausforderungen meistert Redmayne perfekt, aber das Herzstück seines Porträts ist die feinfühlige Darstellung eines ungebrochenen Geistes: Hawkings Selbstironie und sein feiner Humor werden zur Waffe gegen die erniedrigenden Einschränkungen eines fremdbestimmten Lebens. Redmaynes beeindruckende Tour de Force konnte man angesichts der Rolle vielleicht nicht zwangsläufig erwarten, aber doch erhoffen. Daneben ist die herausragende Leistung von Felicity Jones eher überraschend, denn sie steht als Frau an Hawkings Seite eben nicht im Schatten des Kollegen, sondern erweist sich als ebenbürtige Partnerin. Jane hat sich zu Beginn der Beziehung für den bedingungslosen Kampf entschieden und Jones bringt uns die unglaubliche Willenskraft der zierlichen Frau pointiert und nuanciert nahe, ohne die Mühen und Schwierigkeiten herunterzuspielen, die das Leben mit Stephen Hawking mit sich bringt.
Fazit:
James Marshs emotional-charmantes Biopic-Drama „Die Entdeckung der
Unendlichkeit” ist das Gegenteil von einer staubtrockenen
Geschichtsstunde. Das Leben des brillanten Physikers Stephen Hawking und
dessen Liebe zu seiner ersten Frau werden zu einer berührenden
Kino-Reise. Hierfür vergeben wir atemberaubende 9 von 10 Punkte. (mk)

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