Facts:
Genre: Animation
Regie: Dean DeBlois
Genre: Animation
Regie: Dean DeBlois
Cast: Gerard
Butler, Jonah Hill, Kit
Harington
Laufzeit:
102 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Fox Deutschland
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| (c) Fox Deutschland |
Inhalt:
Die Wikinger auf der Insel Berk haben sich mit den wilden Drachen, die einst die Dörfer unsicher machten, angefreundet. Astrid (Stimme: America Ferrera), Rotzbakke (Jonah Hill) und der Rest der Clique verbringen ihre Freizeit mit dem neuen Lieblingssport der Inselbewohner: dem Drachenrennen. Nur der junge Wikinger Hicks (Jay Baruchel), der von seinem Vater in die Rolle des neuen Häuptlings gedrängt wird, geht lieber auf Erkundungsflügen die weite Welt erforschen – natürlich auf dem Rücken von Drache Ohnezahn. Bei einer dieser Reisen trifft der Häuptlingssohn nicht nur seine totgeglaubte Mutter, sondern entdeckt auch eine geheime Eishöhle. In der sind hunderte, bislang unbekannte wilde Drachenarten zuhause – und der mysteriöse Drachenreiter. Bald geraten Hicks und Ohnezahn in einen Kampf um den Frieden auf Berk, den sie nur gemeinsam mit ihren Freunden gewinnen können…
Bewertung:
In den oft zu hörenden Klageliedern über den angeblichen Niveauverfall
in Hollywood wird meist schon die große Anzahl an Fortsetzungen, Remakes
und ähnlichem als Beleg für eine künstlerische Krise angesehen. Dabei
muss man gar nicht unbedingt Klassiker wie „Der Pate II“ oder „Das Imperium schlägt zurück“
bemühen, um festzustellen, dass Sequels längst nicht immer von einem
Mangel an Originalität zeugen – auch wenn sie gleichzeitig
vorprogrammierte Hitfilme sein sollen. Wie man ein etabliertes
erzählerisches Universum als Sprungbrett für etwas Frisches und Neues
benutzt, das zeigt nun Regisseur Dean DeBlois mit seinem
3D-Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht 2“. Mit den nun deutlich
älteren Figuren aus dem ersten Teil (und einigen hochinteressanten
Neuzugängen) führt er das Franchise nicht nur technisch auf ein neues
Level, sondern setzt zugleich ganz eigene thematische Akzente und
schlägt einen spürbar anderen Tonfall an: Während „Drachenzähmen leicht gemacht“
charmant-aufregende Familienunterhaltung bot, ist die nun endgültig
irreführend betitelte Fortsetzung ein für Kinder wenig geeignetes,
zuweilen recht martialisches, visuell aber oft geradezu berauschendes
3D- Fantasy-Epos mit überraschend wenigen Humoreinlagen.
Mit der Entscheidung, die Handlung von „Drachenzähmen leicht gemacht 2“
fünf Jahre nach dem ersten Film anzusiedeln, hat Dean DeBlois, der hier
im Alleingang für Regie und Drehbuch verantwortlich ist (nachdem er sich
die Aufgaben beim Vorgänger noch mit „The Croods“-Macher Chris Sanders
geteilt hat, die entscheidende Weiche gestellt: Aus dem Jungen Hicks ist
nun ein Mann geworden. Als gerade Erwachsener wird er mit dem Ernst des
Lebens konfrontiert und das verändert den Tonfall des Films ganz
wesentlich. Er muss sich nicht nur mit dem Gedanken anfreunden, als
künftiger Häuptling Verantwortung für seinen ganzen Stamm zu übernehmen,
er wird zudem über die Begegnung mit Valka mit den familiären Problemen
der Vergangenheit konfrontiert und muss am Ende sein Leben einsetzen,
um die Drachen und damit die Welt zu retten. Die Auseinandersetzungen
mit dem fiesen Drago, der das pure Böse verkörpert, sind dabei sehr
spannend und intensiv. Der düstere, gelegentlich fast fatalistische
Tonfall spiegelt sich in einer eindrucksvollen Gestaltung der bösen
Mächte – nur inhaltlich befindet sich das Ganze nicht immer auf der
Höhe. Das Duell zwischen Gut und Böse wird zum Machtkampf um die
Herrschaft über die Natur (die Drachen werden tatsächlich gezähmt) und
für die besiegte Idealistin Valka muss am Ende der fast zum Heiland
stilisierte (männliche) Held einspringen, der ganz genau weiß, was die
Welt braucht und das mit quasi-religiösem Pathos verkündet.
Die erwähnten Untertöne mögen immer mal wieder irritierend an die Oberfläche dringen, aber über weite Strecken ist „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ einfach nur ein beeindruckendes Spektakel: Es beginnt mit einer rasanten Action-Sequenz in Berk, wenn die jungen Leute des Stammes sich in einem halsbrecherischen Drachenrennen messen (ein Sport irgendwo zwischen „Harry Potter“-Quidditch und „Star Wars“-Podrace), bei dem Dean DeBlois gleich zeigt, was er kann. Temporeich, aber nicht hektisch; detailfreudig, aber nicht überladen; humorvoll, aber nicht albern – die Szene ist ein idealer Bogen zum ersten Film und auch für sich genommen perfekt. Im Anschluss an diesen Auftakt folgen noch einige Flüge von Hicks und Ohnezahn, die was das 3D-Erlebnis von Bewegung, Farben und Formen im Kino angeht, bisher kaum ihresgleichen haben, aber dann setzt DeBlois schnell auch visuell den neuen Fantasy-Akzent und im letzten Drittel hat das Ganze manchmal fast etwas von „Game Of Thrones“. In Dragos Domäne sind die Farben ausgebleicht, die Natur ist feindlich und die Menschen bewehren sich mit Waffen und Rüstungen. Dieser abwechslungsreiche neue Look (als visueller Berater hat der zehnfach oscarnominierte Kameramann Roger Deakins mitgearbeitet) ist neben der erneut hervorragenden Musik von John Powell eine der großen Stärken eines mutigen und unerwarteten Films, der nicht ganz so geschlossen ist wie der erste Teil, der zugleich aber unheimlich neugierig macht auf den Abschluss der geplanten Trilogie.
Fazit:
Die erwähnten Untertöne mögen immer mal wieder irritierend an die Oberfläche dringen, aber über weite Strecken ist „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ einfach nur ein beeindruckendes Spektakel: Es beginnt mit einer rasanten Action-Sequenz in Berk, wenn die jungen Leute des Stammes sich in einem halsbrecherischen Drachenrennen messen (ein Sport irgendwo zwischen „Harry Potter“-Quidditch und „Star Wars“-Podrace), bei dem Dean DeBlois gleich zeigt, was er kann. Temporeich, aber nicht hektisch; detailfreudig, aber nicht überladen; humorvoll, aber nicht albern – die Szene ist ein idealer Bogen zum ersten Film und auch für sich genommen perfekt. Im Anschluss an diesen Auftakt folgen noch einige Flüge von Hicks und Ohnezahn, die was das 3D-Erlebnis von Bewegung, Farben und Formen im Kino angeht, bisher kaum ihresgleichen haben, aber dann setzt DeBlois schnell auch visuell den neuen Fantasy-Akzent und im letzten Drittel hat das Ganze manchmal fast etwas von „Game Of Thrones“. In Dragos Domäne sind die Farben ausgebleicht, die Natur ist feindlich und die Menschen bewehren sich mit Waffen und Rüstungen. Dieser abwechslungsreiche neue Look (als visueller Berater hat der zehnfach oscarnominierte Kameramann Roger Deakins mitgearbeitet) ist neben der erneut hervorragenden Musik von John Powell eine der großen Stärken eines mutigen und unerwarteten Films, der nicht ganz so geschlossen ist wie der erste Teil, der zugleich aber unheimlich neugierig macht auf den Abschluss der geplanten Trilogie.
Fazit:
„Drachenzähmen leicht
gemacht 2“ ist eine Fortsetzung der etwas anderen Art – neuer Ernst und
neuer Look, aber auch viele gewohnte Qualitäten. Dennoch erinnert der Film eher an eine Folge aus der gleichnamigen TV Serie "Die Drachenreiter von Berk". Daher gibts nur enttäuschende 5 von 10 Punkte. (mk)



