Facts:
Genre: SciFi, Action
Regie: Michael Bay
Genre: SciFi, Action
Regie: Michael Bay
Cast: Michael Wahlberg, Nicola Peltz, JackReynor
Laufzeit:
165 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Paramount Pictures Germany
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| (c) Paramount Pictures Germany |
Inhalt:
Inzwischen sind nach den Ereignissen von Chicago in Transformers 3 fünf Jahre vergangen. Die Welt, wie wir sie kannten, hat sich verändert, denn der Pakt zwischen Menschen und Autobots wurde aufgehoben. Systematisch werden die Autobots von Sondereinsatzkommandos gejagt und zur Strecke gebracht. Optimus Prime, noch immer ihr Anführer, gilt als verschollen.
Cade Yaeger (Mark Wahlberg) führt als Erfinder ein recht bescheidenes Leben und versucht vor allem, ein guter Vater für seine Tochter Tessa (Nicola Peltz) zu sein. Doch eines Tages stolpert Cade durch Zufall über den schrottreifen Optimus Prime und gerät prompt mit seiner Familie in die Schusslinie zwischen Regierung und Autobots. Plötzlich ist Cades ohnehin schon kompliziertes Leben ein Scherbenhaufen und so stellt er sich auf die Seite der Autobots, um sich und seine Tochter zu retten und schlussendlich die wahren Hintermänner ausfindig zu machen. Denn bei der Jagd auf die Autobots mischen noch mehr Parteien mit und die Rückkehr eines alten Feindes steht unmittelbar bevor...
Bewertung:
Er hat’s also doch getan. Nach der wiederholten Ankündigung, er würde für keinen weiteren „Transformers“-Film mehr zur Verfügung stehen, ließ sich Bombast-Maestro Michael Bay schließlich von den megalangen Schlangen umstimmen, die sich vor dem von ihm mitgestalteten Freizeitpark-Fahrgeschäft „Transformers: The Ride“ in Singapur bildeten. Und auch sonst ist trotz des angedeuteten Reboots (zumindest das menschliche Figurenarsenal wurde fast vollständig ausgetauscht) beim Auftakt der nun geplanten neuen Trilogie das meiste beim Alten geblieben: Statt einer austauschbaren Coming-of-Age-Romanze dient in „Transformers: Ära des Untergangs“ nun eine austauschbare Alleinerziehender-Vater-Tochter-Beziehung als Mittel zum Zweck für den gewaltigsten Leinwand-Blechschaden aller Zeiten. Aber hey, das ist „Transformers“, da wollen wir fightende Roboter und keine besorgten Väter sehen, oder? Dumm nur, dass das Überwältigungs-Konzept diesmal lediglich in den ersten 90 Minuten der unnötig langgezogenen Spieldauer von zweidreiviertel Stunden aufgeht, weil es anschließend trotz Hongkong-Zerlegung und Dinobots einfach keine Steigerung mehr gibt und die redundante Action trotz technisch perfektem 3D irgendwann eher anstrengt statt zu unterhalten.
Nun haben sich die Produzenten für Mark Wahlberg („Ted“) als neues Zentrum der zweiten Trilogie ausgesprochen (Michael Bay wollte ursprünglich mit LaBeouf weitermachen) und ganz ehrlich: Es macht absolut keinen Unterschied! Wahlberg zeigt als texanischer Daniel Düsentrieb definitiv die nötigen Leading-Man-Qualitäten, aber genau wie LaBeouf erhält auch er vom Drehbuch kaum eine Chance: Der überfürsorgliche Cade ist stinksauer, dass seine 17-jährige Tochter mit einem 20-Jährigen ausgeht (bzw. mit überhaupt jemandem) – und das bleibt neben seinem allgemeinen Heldenmut für 165 Minuten sein einziger wesentlicher Charakterzug! Cades Dilemma mag im konservativen amerikanischen Süden und im neuen Kino-„In-Markt“ China auf großes Verständnis stoßen, aber als deutscher Zuschauer fragt man sich schon, was der ganze Trubel um die drei Jahre Altersunterschied eigentlich soll - man könnte meinen, Bay hätte bloß einen Vorwand gebraucht, um trotz eines 40+-Protagonisten eine junge Schönheit im Film unterzubringen. Es ist jedenfalls fast schon komisch (wenn es nicht so sexistisch wäre), dass der Regisseur Nicola Peltz („Die Legende von Aang“) praktisch Einstellung für Einstellung genauso voyeuristisch abfilmt wie zuvor schon Megan Fox und Rosie Huntington-Whiteley.
Der ehemalige Q-Darsteller John Cleese hat sich erst vor kurzem beschwert, dass der Humor aus der Bond-Reihe verschwunden sei, um das Franchise für die internationalen Märkte noch interessanter zu machen (Action funktioniert überall, Gags nicht). Aber während wir den trockenen Pointen der 007-Filme durchaus nachtrauern, können wir sehr gut damit leben, dass nach der völlig vermurksten Comedy-Auftakt-Stunde von „Transformers 3“ nun auch Michael Bay beim vierten Teil in Sachen Humor deutlich kürzer tritt. Es gibt mit dem Stabschef des Weißen Hauses (Thomas Lennon) und dem Decepticon Brains (Stimme: Reno Wilson) nur noch zwei als komisch angelegte Nebenfiguren. Beide sind nicht lustig und sind zudem auch nur kurz zu sehen. Gelacht wurde in unserer Vorstellung lediglich beim Gekabbel zwischen Wahlberg und Reynor sowie bei Bays unvermeidlichen Superzeitlupe-Heldenposen. Statt für Humor steht nun noch mehr Zeit für brachiale Nonstop-Action zur Verfügung, die etwa ab Minute 40 einsetzt und von der uns bis zum Abspann kaum noch längere Verschnaufpausen gegönnt werden. Aber trotz der bisherige Standards pulverisierenden Spezialeffekte gibt es da ein kleines Problem: Während Bay am Ende von „Transformers 3“ mit der Schlacht um Chicago noch mal richtig einen draufsetzen konnte, wirkt die Action in „Ära des Untergangs“ trotz der wechselnden Schauplätze, neuen Autobots (bester Neuzugang: Hound, gesprochen von John Goodman) und fürs Finale kurz vorbeischauender Dinobots überraschend eintönig.
Obwohl sich ein gigantomanisches Setpiece an das nächste reiht, gibt es kaum wirklich hervorstechende Momente, stattdessen vermischen sich die alle gleich laut in Szene gesetzten Actionsequenzen in der Wahrnehmung zu einem kaum noch Differenzierungen zulassenden Brei. Bay setzt ausschließlich auf Bombast, statt auch mal kreativ inszenierte Passagen einzustreuen. Dass man sich bei der Verlagerung der Handlung nach Shanghai und Hongkong wünscht, die Macher wären in Chicago geblieben und würden da zum Ende kommen, liegt aber auch an dem unnötig aufgeblasenen Plot (nicht die Handlung, sondern das Marketing braucht das China-Setting!), der zudem unter dem „Spider-Man 3“-Problem leidet: Es gibt viel zu viele Bösewichte! Aus Spoiler-Gründen zählen wir die hier nicht alle auf (einige sind tatsächlich eine kleine Überraschung), aber es sind mehr als eine Handvoll und ihre Motivationen bleiben mitunter so willkürlich, dass sich beim Zuschauer schnell eine gewisse Gleichgültigkeit einstellt. Bay hat seinem Regie-Nachfolger (den fünften Teil will er nun wirklich nicht mehr machen) eine Menge Vorlagen für weitere Filme geliefert: die erstmals auftauchenden Dinobots, die finale Szene mit Optimus Prime, eine merkwürdige Alienhand, die nur für wenige Sekunden zu sehen ist. Aber während solche Andeutungen (wie etwa bei den Blockbustern des Marvel-Studios) manchmal sehr faszinierend sind und Neugier wecken, löst die Erwartung eines weiteren „Transformers“-Sequels nach „Ära des Untergangs“ eher Achselzucken aus.
Fazit:
Keine Frage, Michael Bay bringt einen mit seiner Spezialeffekt-Orgie zum Staunen - aber weil die Figuren allesamt blass bleiben und die Action eintönig laut vor sich hinwummert, schlägt dieser Wow-Effekt leider allzu schnell in Gleichgültigkeit und Langeweile um. Daher gibt es trotz der coolen Dinobots nur magere 6 von 10 Punkte. (mk)

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