Facts:
Genre: Komödie
Regie: James Bobin
Genre: Komödie
Regie: James Bobin
Cast: Ray Liotta, Tina Fey, Ricky Gervais, Ty Burrell, Peter Linz
Laufzeit:
112 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
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| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Die Beliebtheit der Muppets lässt nach, deshalb unternehmen sie auf Anraten des windigen Veranstalters Dominic Fieslinger (Ricky Gervais) eine Europa-Tournee. Alles scheint rund zu laufen, doch der zwielichtige Impressario hat finstere Absichten: Er will Kermit durch den garstigen Gangsterfrosch Constantine ersetzen, den gefährlichsten Kriminellen der Welt. Die Verbrecher-Kröte ist dem Ober-Muppet wie aus dem Gesicht geschnitten und soll die Auftritte nutzen, um in nahegelegene Museen einzubrechen. Das geschickt eingefädelte Ablenkungsmanöver des durchtriebenen Duos führt dazu, dass die Muppets von dem Interpol-Agenten Jean Pierre Napoleon (Ty Burrell) gejagt werden, in dessen Wahrnehmung es nur einen Schandfrosch gibt: Kermit. Dominic und Constantine glauben, freie Bahn für ihren größten Coup zu haben und wollen einen riesigen Diamanten stehlen - aber sie haben die Rechnung ohne die Muppets gemacht...
Bewertung:
Nach dem Kauf des aus der Mode gekommenen „Muppets“-Franchise wusste bei
Walt Disney offenbar niemand so recht etwas mit den anarchischen
Kultfiguren anzufangen. Also heuerte man „How I Met Your Mother“-Star
Jason Segel (der dann auch die Hauptrolle übernahm) und seinen
Schreibpartner Nicholas Stoller für einen Neustart der Reihe um Kermit
& Co. an, wobei den beiden Superfans weitestgehend freie Hand
gelassen wurde. Und das Duo hat die Chance genutzt: „Die Muppets“
ist ungemein liebevoll, zugleich aber auch völlig durchgeknallt und dem
Geist der originalen TV-Show aus den 70er Jahren treu ergeben. So
avancierte das Leinwand-Musical nach seinem Start Ende 2011 zum
Überraschungshit und gewann sogar einen Oscar (für den Besten
Original-Song). Doch nach dem Ausstieg von Jason Segel und mit einem
weltweiten Einspiel von mehr als 160 Millionen Dollar im Rücken ist das
Studio bei der erneut von James Bobin inszenierten Fortsetzung „Muppets
Most Wanted“ nun weniger risikofreudig. Der Anarcho-Anteil wurde
reduziert, dafür ist der Krimi-Komödien-Plot familienfreundlicher als
der des Vorgängers mit seinen über die Köpfe der jungen Kinogänger
hinweggehenden „Boulevard der Dämmerung“-Reminiszenzen.
Jetzt könnte man vorschnell urteilen: Typisch Disney! Aber das alles
ist am Ende nicht allzu wichtig, denn trotz allem ist auch „Muppets Most
Wanted“ über weite Strecken sehr unterhaltsam.
Das Comeback ist gelungen... und jetzt? Darum geht es in den großartigen
ersten fünf Minuten von „Muppets Most Wanted“. Die Puppen singen einen
Sequel-Song, der davon handelt, wie in Hollywood mit Fortsetzungen
umgegangen wird. Dabei machen Fozzie Bär & Co. eigene Vorschläge
(vom Kriegsfilm bis zur exakten Kopie des Vorgängers) und an einer
Stelle heißt es, dass Fortsetzungen sowieso nie so gut werden wie das
Original. Das ist grandios-selbstironisch und mit dem
grau-nebelverhangenen Porträt von Berlin als Quasi-Sowjetprovinz (die
„Muppets Show“ stammt immerhin aus der Zeit des Kalten Krieges, da kann
man sich auch die in der Gegenwart angesiedelte Filmhandlung
entsprechend zurechtbiegen), in der die Polizeiautos direkt bis ins
Gefangenenlager nach Sibirien durchfahren, geht es ähnlich
doppelbödig-augenzwinkernd weiter. Aber die beiden dann einsetzenden
parallelen Handlungsstränge können mit diesem saustarken Auftakt leider
nicht mithalten: Während aus Kermits Abenteuer als Musical-Regisseur im
Gulag zumindest mit den tanzenden Harte-Männer-Gaststars Danny Trejo
(„Machete“) und Ray Liotta („GoodFellas“) eine Menge herausgeholt wird,
erinnert der überraschungsfreie Krimi-Plot dann doch zu sehr an die
seichten Familien-Komödien, die regelmäßig das TV-Programm am
Sonntagvormittag bestimmen.
„Muppets Most Wanted“ bleibt insgesamt tatsächlich spürbar hinter dem Vorgänger zurück und dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen ist das ausgedehnte Spiel mit den Europaklischees nur in Berlin wirklich gelungen. Dass etwa „Modern Family“-Star Ty Burrell als französischer Interpol-Agent Jean Pierre Napoleon immer pünktlich Feierabend macht, im Miniatur-Auto herumdüst und sich direkt nach Abschluss eines Falls samt Familie in einen mehrwöchigen Strandurlaub verabschiedet, kann man wahrscheinlich nur als Straßenkreuzer fahrender und keine Sozialleistungen kennender Amerikaner so richtig lustig finden. Zum anderen erhalten die eher für den Erwachsenen-Humor zuständigen Zweite-Reihe-Muppets hinter Kermit und Miss Píggy diesmal weniger Raum, vor allem der tragisch-unlustige Stand-up-Bär Fozzie ist kaum noch mehr als ein Statist. Wobei: Wenn sie sich dann doch mal in den Vordergrund drängen, dann ist ihre Trefferquote - von Gonzos Indoor-Stier-Stampede bis zum mehrstündigen Trommelsolo des Tiers - phänomenal hoch.
Jason Segel und Amy Adams ersetzen zu müssen, ist schon eine verdammt harte Nuss. Und so ganz ist das den „Muppets Most Wanted“-Machern auch nicht gelungen. Denn während „30 Rock“-Schöpferin Tina Fey als in Kermit verschossene Gulag-Aufseherin mit ihrem russischen Akzent angemessen über die Stränge schlägt, nimmt sich „The Office“-Tyrann Ricky Gervais soweit zurück, dass er zum bloßen Stichwortgeber für Kermit und Constantine verkommt. Natürlich geht es in einem Film mit dem Titel „Muppets Most Wanted“ in erster Linie um die Muppets selbst, aber die eine oder andere grenzwertig-trockene Pointe hätten wir von dem sonst so unerschrockenen Briten doch erwartet. Daneben ist der Film wie jedes „Muppets“-Abenteuer erneut vollgestopft mit prominenten Cameo-Auftritten, die diesmal sogar noch ein wenig lustiger sind als sonst. Zuviel wollen wir über die Star-Gastspiele natürlich nicht verraten, aber zumindest so viel sei gesagt (Achtung Spoiler!): Ein schweigsamer „Tatort“-Kommissar ermittelt jetzt auch bei den Muppets und ein zweifacher deutsch-österreichischer Oscar-Preisträger tanzt seinen Namen. Allein dafür lohnt sich der Kinobesuch schon!
Fazit:
„Muppets Most Wanted“ bleibt insgesamt tatsächlich spürbar hinter dem Vorgänger zurück und dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen ist das ausgedehnte Spiel mit den Europaklischees nur in Berlin wirklich gelungen. Dass etwa „Modern Family“-Star Ty Burrell als französischer Interpol-Agent Jean Pierre Napoleon immer pünktlich Feierabend macht, im Miniatur-Auto herumdüst und sich direkt nach Abschluss eines Falls samt Familie in einen mehrwöchigen Strandurlaub verabschiedet, kann man wahrscheinlich nur als Straßenkreuzer fahrender und keine Sozialleistungen kennender Amerikaner so richtig lustig finden. Zum anderen erhalten die eher für den Erwachsenen-Humor zuständigen Zweite-Reihe-Muppets hinter Kermit und Miss Píggy diesmal weniger Raum, vor allem der tragisch-unlustige Stand-up-Bär Fozzie ist kaum noch mehr als ein Statist. Wobei: Wenn sie sich dann doch mal in den Vordergrund drängen, dann ist ihre Trefferquote - von Gonzos Indoor-Stier-Stampede bis zum mehrstündigen Trommelsolo des Tiers - phänomenal hoch.
Jason Segel und Amy Adams ersetzen zu müssen, ist schon eine verdammt harte Nuss. Und so ganz ist das den „Muppets Most Wanted“-Machern auch nicht gelungen. Denn während „30 Rock“-Schöpferin Tina Fey als in Kermit verschossene Gulag-Aufseherin mit ihrem russischen Akzent angemessen über die Stränge schlägt, nimmt sich „The Office“-Tyrann Ricky Gervais soweit zurück, dass er zum bloßen Stichwortgeber für Kermit und Constantine verkommt. Natürlich geht es in einem Film mit dem Titel „Muppets Most Wanted“ in erster Linie um die Muppets selbst, aber die eine oder andere grenzwertig-trockene Pointe hätten wir von dem sonst so unerschrockenen Briten doch erwartet. Daneben ist der Film wie jedes „Muppets“-Abenteuer erneut vollgestopft mit prominenten Cameo-Auftritten, die diesmal sogar noch ein wenig lustiger sind als sonst. Zuviel wollen wir über die Star-Gastspiele natürlich nicht verraten, aber zumindest so viel sei gesagt (Achtung Spoiler!): Ein schweigsamer „Tatort“-Kommissar ermittelt jetzt auch bei den Muppets und ein zweifacher deutsch-österreichischer Oscar-Preisträger tanzt seinen Namen. Allein dafür lohnt sich der Kinobesuch schon!
Fazit:
„Muppets Most Wanted“ ist zwar mehr harmloses Familienabenteuer als
Anarcho-Muppets-Spaß, aber unterhält trotzdem wunderbar. Daher vergeben wir lachhafte 6 von 10 Punkte. (mk)

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