Facts:
Genre: Action, Abenteuer
Regie: Noam Murro
Genre: Action, Abenteuer
Regie: Noam Murro
Cast: Eva Green, Rodrigo Santoro, Sullivan Stapleton, David Wenham, Lena Headey
Laufzeit:
102 Minuten
FSK: ab 18 Jahre
Verleih: Warner Bros. Germany
FSK: ab 18 Jahre
Verleih: Warner Bros. Germany
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| (c) Warner Bros. Germany |
Inhalt:
Während König Leonidas mit seiner Leibgarde an den engen Felsschluchten der Thermopylen die erste große Welle der Perserarmee abwehrt, zieht auch General Themistokles (Sullivan Stapleton) seine Truppen zusammen, um die persische Invasion abzuwehren. Nach Xerxes' (Rodrigo Santoro) Sieg über Leonidas wird die griechische Hauptstadt Athen das erste Eroberungsziel des brutalen Herrschers. Die Feinde begegnen sich in einer blutigen Seeschlacht und Themistokles sieht sich einer ganz besonderen Gegnerin gegenüber: Artemisia (Eva Green). Sie ist die rücksichtslose und intrigante Anführerin der persischen Truppen und ihre Gier nach Rache an den Athenern macht sie umso gefährlicher. Befehle nimmt die Kriegerin nur von Xerxes entgegen, für den sie auf dem Schlachtfeld die schmutzige Arbeit erledigt. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, muss sich Themistokles mit seinen alten Rivalen zusammentun: den Kriegern aus Sparta…
Bewertung:
2006 formte Hochglanz-Ästhet Zack Snyder („Man Of Steel“) mit einer
atemberaubenden Bildsprache aus Frank Millers kultisch verehrter Graphic
Novel „300“ einen Instant-Klassiker des martialischen Actionkinos.
Sieben Jahre später erhält dieser nun einen parallel zu den
Geschehnissen aus „300“
angesiedelten zweiten Teil, der zwar nicht von Snyder selbst in Szene
gesetzt wird, dem der „Watchmen“-Regisseur aber als Drehbuchautor und
Produzent dennoch unübersehbar seinen Stempel aufdrückt. Snyders
Nachfolger Nuom Murro verbeugt sich mit seiner antiken
Action-Schlachtplatte „300: Rise Of An Empire“ so knietief vor dem
Original, dass sie sich phasenweise schon fast wie eine Kopie anmutet.
Die CGI-getränkte 3D-Fortsetzung bietet allerdings auch noch brutalere
Kämpfe und noch epischere Schlachten, lässt dabei aber das zelebrierte
Blut-und-Boden-Pathos des Vorgängers vermissen. Dieses hat Snyder zwar
damals auch viel Kritik eingebracht (schließlich birgt Frank Millers
Graphic Novel schon ziemlich offensichtliche faschistische Tendenzen),
aber ohne dieses kommen die Emotionen inmitten des ultraheftigen
Blutbads nun leider etwas zu kurz.
„300: Rise Of An Empire“ basiert zwar erneut auf einer Graphic Novel von
Kultautor Frank Miller („Sin City“, „The Spirit“), allerdings verzögert
sich die Arbeit an dieser immer weiter, weshalb die Vorlage nun
kurioserweise erst nach der Verfilmung erscheinen wird. Einen
Vorgeschmack auf den Comic-Roman bietet Regisseur Nuom Murro („Smart
People“) im Abspann, dessen Animationen von Illustrationen der Graphic
Novel inspiriert sind. Ansonsten bemüht der Werbefilm-Veteran, der in
der Fortsetzung zwangsläufig ohne den Aha-Effekt des „300“-Originals
auskommen muss, die höchste der altbewährten Tugenden der
Filmfortsetzerei: noch mehr von allem! Während der Israeli in „300: Rise
Of An Empire“ den Look des Vorgängers einfach nur eins zu eins
nachzeichnet, erhöht er die Schlagzahl deutlich. Das kommt einer
Offenbarung zwar nicht einmal nahe, aber Fans des ersten Teils bekommen
nun genau das geboten, wonach ihnen dürstet: eine extrem stilisierte,
ultrabrutale, vom ewig pumpenden Industrial-Score von Junkie XL
(„Resident Evil“) vorangetriebene Schlachtplatte, in der athletische
Männer ohne die geringste Rücksicht aufeinander einprügeln, sich die
Köpfe abschlagen und tonnenweise Gedärme am Strand verteilen, so dass
dagegen selbst die Eröffnung von Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ regelrecht harmlos anmutet.
Murro zelebriert die Gewalt in nahezu jeder Szene, gerne auch in Zeitlupe. Die nihilistische Schlächterei ist trotz der unverkennbaren Verankerung im Comic-Genre nichts für zartbesaitete Gemüter, dafür geht es einfach zu rabiat zur Sache. Anders als zuletzt beim „RoboCop“-Remake, das bewusst auf eine Freigabe ab 12 Jahren ausgelegt war, beweist Warner Bros. mehr Mut und geht keine Kompromisse beim Härtegrad ein. Die logische Folge: eine 18er Altersfreigabe. Auch das 3D ist zur Abwechslung echt sinnvoll, weil der Stilisierungsoverkill in der dritten Dimension seine logische Fortsetzung findet. Selten ging die Form eindeutiger über den Inhalt: „300: Rise Of An Empire“ ist bildgewaltiges Spektakel, eine durchgestylte CGI-Orgie, die kaum noch als Realfilm, sondern eher schon als brillant im Halbdunkeln designter Videospielfilm funktioniert. Die Dialoge sind von wenig Belang, knackige Oneliner wie „Du kämpfst viel besser als du fickst!“ setzen allenfalls vereinzelte Ausrufezeichen in den kurzen Gefechtspausen.
Mit der historischen Wahrheit der Schlacht von Artemisium, die im August des Jahres 480 vor Christus parallel zur Schlacht bei den Thermopylen stattfand, nimmt es „300: Rise Of An Empire“ bis auf die Eckdaten nicht so genau. Die Drehbuchautoren Zack Snyder und Kurt Johnstad („300“, „Act Of Valor“) geben dem Massaker so zwar einen grob gesteckten, auch für Geschichts-Laien verständlichen Rahmen, den Lena Headey („Game of Thrones“) mit einem Off-Kommentar im „Der Herr der Ringe“-Stil einleitet, aber gerade die Figuren auf griechischer Seite bleiben blass. Die Sympathien sind trotzdem klar verteilt, denn schon die visuelle Gestaltung macht aus den Griechen Helden und aus den Persern Berserker. Und obwohl allgemein kaum mal ein Tageslichtstrahl die antike Welt von „300: Rise of an Empire“ erhellt (CGI-Effekte sind im Dunkeln eben leichter glaubhaft umzusetzen), sind die Perser noch düsterer angezogen und bei ihrer Goth-&-Gore-Anführerin Artemisia kommt außer Schwarz sowieso keine Farbe in den Kleiderschrank.
Artemisia ist dann auch die einzige, die zumindest ein wenig erzählerischen Hintergrund zugestanden bekommt, auch wenn ihre Leidensgeschichte ebenfalls nur in sehr groben Strichen gezeichnet wird, um ihren unstillbaren Rachedurst zumindest in Ansätzen greifbar zu machen. Bond-Girl Eva Green („Casino Royale“) verkörpert die Feldherrin dabei mit einer feurigen Inbrunst und so genüsslich over the top, dass man dahinter schon so etwas wie augenzwinkernde Ironie vermuten könnte. Aber gelächelt oder gar gelacht wird in „300: Rise Of An Empire“ nicht. Gar nicht. Nie! Wobei, zumindest einen absurd-komischen Moment gibt es dann doch: Kurioserweise ist die erinnerungswürdigste Sequenz des Action-Spektakels nämlich keine der furiosen Seeschlachten, sondern eine hochgradig skurrile Sexszene zwischen Eva Green und Sullivan Stapleton („Gangster Squad“): Artemisia und Themistokles belauern sich in ihren Gemächern wie Tiere, die mit dem martialischen Akt ihr Revier markieren wollen. Hier überrascht „300: Rise Of An Empire“ tatsächlich, weil sich der holde Held nicht in edel-vornehmer Zurückhaltung übt, sondern herzhaft zulangt.
Fazit:
Murro zelebriert die Gewalt in nahezu jeder Szene, gerne auch in Zeitlupe. Die nihilistische Schlächterei ist trotz der unverkennbaren Verankerung im Comic-Genre nichts für zartbesaitete Gemüter, dafür geht es einfach zu rabiat zur Sache. Anders als zuletzt beim „RoboCop“-Remake, das bewusst auf eine Freigabe ab 12 Jahren ausgelegt war, beweist Warner Bros. mehr Mut und geht keine Kompromisse beim Härtegrad ein. Die logische Folge: eine 18er Altersfreigabe. Auch das 3D ist zur Abwechslung echt sinnvoll, weil der Stilisierungsoverkill in der dritten Dimension seine logische Fortsetzung findet. Selten ging die Form eindeutiger über den Inhalt: „300: Rise Of An Empire“ ist bildgewaltiges Spektakel, eine durchgestylte CGI-Orgie, die kaum noch als Realfilm, sondern eher schon als brillant im Halbdunkeln designter Videospielfilm funktioniert. Die Dialoge sind von wenig Belang, knackige Oneliner wie „Du kämpfst viel besser als du fickst!“ setzen allenfalls vereinzelte Ausrufezeichen in den kurzen Gefechtspausen.
Mit der historischen Wahrheit der Schlacht von Artemisium, die im August des Jahres 480 vor Christus parallel zur Schlacht bei den Thermopylen stattfand, nimmt es „300: Rise Of An Empire“ bis auf die Eckdaten nicht so genau. Die Drehbuchautoren Zack Snyder und Kurt Johnstad („300“, „Act Of Valor“) geben dem Massaker so zwar einen grob gesteckten, auch für Geschichts-Laien verständlichen Rahmen, den Lena Headey („Game of Thrones“) mit einem Off-Kommentar im „Der Herr der Ringe“-Stil einleitet, aber gerade die Figuren auf griechischer Seite bleiben blass. Die Sympathien sind trotzdem klar verteilt, denn schon die visuelle Gestaltung macht aus den Griechen Helden und aus den Persern Berserker. Und obwohl allgemein kaum mal ein Tageslichtstrahl die antike Welt von „300: Rise of an Empire“ erhellt (CGI-Effekte sind im Dunkeln eben leichter glaubhaft umzusetzen), sind die Perser noch düsterer angezogen und bei ihrer Goth-&-Gore-Anführerin Artemisia kommt außer Schwarz sowieso keine Farbe in den Kleiderschrank.
Artemisia ist dann auch die einzige, die zumindest ein wenig erzählerischen Hintergrund zugestanden bekommt, auch wenn ihre Leidensgeschichte ebenfalls nur in sehr groben Strichen gezeichnet wird, um ihren unstillbaren Rachedurst zumindest in Ansätzen greifbar zu machen. Bond-Girl Eva Green („Casino Royale“) verkörpert die Feldherrin dabei mit einer feurigen Inbrunst und so genüsslich over the top, dass man dahinter schon so etwas wie augenzwinkernde Ironie vermuten könnte. Aber gelächelt oder gar gelacht wird in „300: Rise Of An Empire“ nicht. Gar nicht. Nie! Wobei, zumindest einen absurd-komischen Moment gibt es dann doch: Kurioserweise ist die erinnerungswürdigste Sequenz des Action-Spektakels nämlich keine der furiosen Seeschlachten, sondern eine hochgradig skurrile Sexszene zwischen Eva Green und Sullivan Stapleton („Gangster Squad“): Artemisia und Themistokles belauern sich in ihren Gemächern wie Tiere, die mit dem martialischen Akt ihr Revier markieren wollen. Hier überrascht „300: Rise Of An Empire“ tatsächlich, weil sich der holde Held nicht in edel-vornehmer Zurückhaltung übt, sondern herzhaft zulangt.
Fazit:
„300: Rise Of An Empire“ ist ein
gewaltzelebrierendes Gemetzel ohne Kompromisse. Regisseur Nuom Murro
orientiert sich stark an Zack Snyders Original und liefert so eine
optisch herausragende, inhaltlich mittelprächtige „300“-Hommage, die
ganz sicher keinen Klassikerstatus erreichen wird, aber als
bluttriefende Unterhaltung für ein nach rustikaler
Leinwand-Schlachtplatte verlangendes Publikum durchaus überzeugt. 7 von 10 gewaltfreie Punkte. (mk)


