Genre: Biografie, Drama
Regie: Martin Scorsese
Cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie
Laufzeit: 179 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
Regie: Martin Scorsese
Cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie
Laufzeit: 179 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
Verleih: Universal Pictures Germany
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| (c) Universal Pictures Germany |
Inhalt
New York in den frühen 1990er Jahren. Der aufstrebende Aktienhändler Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) gründet mit Anfang 20 die Maklerfirma "Stratton Oakmont", mit der er schnell zum Multimillionär aufsteigt und zum Shootingstar der New Yorker Börse wird. Schon bald ist er hauptsächlich unter seinem neuen Spitznamen "Wolf of Wall Street" bekannt. Mit seinem Reichtum finanziert er einen ausschweifenden Lebensstil, der von Alkohol, Drogen, Sex und Dekadenz geprägt ist. Jordans Siegeszug scheint nicht zu stoppen zu sein, doch dies lässt ihn übermütig werden.
Von unstillbarer Gier getrieben und mit dem Gefühl der Unbesiegbarkeit im Rücken lassen er und seine "Wolfsbande", darunter sein Kumpel Donnie Azoff (Jonah Hill), sich auf illegale Geschäfte ein. Das zieht schon bald die Aufmerksamkeit der Justiz auf sich, besonders der FBI-Agent Patrick Denham (Kyle Chandler) schaut aufmerksam hinter die Fassade von Belforts Firmengeflecht. Als die Gesetzeshüter Jordan langsam auf die Schliche kommen, droht sein gesamtes Kartenhaus einzustürzen.
Bewertung
„The Wolf Of Wall Street“ wurde nicht umsonst bei den Golden Globes in der Kategorie „Beste Komödie“ nominiert. Das liegt nicht zuletzt an der Riege ebenso absurder wie brillant verkörperter Nebenfiguren, die zuweilen haarscharf an der Karikatur entlangschrammen. Jonah Hill bietet als Donnie mit seinen übergroßen, überweißen Zähne, der dicken Brille und geschmacklosen Pullovern einen Anblick zum Schießen und die Schilderung seiner Ehe mit seiner Cousine (Mackenzie Meehan) ist einer der komischen Höhepunkte des Films. Daneben gibt es in Jordans Crew unter anderem einen Fitnessfreak (Jon Bernthal), der nie ohne Trainingshose zu sehen ist, einem dauergehänselten Toupet-Träger (P.J. Byrne) und einem Asiaten (Kenneth Choi), der seine Finger nie vom Essen lassen kann.
Den Vogel schießt aber Regisseur Rob Reiner („Harry & Sally“) als Jordans Vater und Berater „Mad Max“ ab. In Sekundenschnelle schaltet er zwischen ausufernden Wutausbrüchen und einem vornehm-gesitteten britischen Akzent um. Schon seine Einführung ist wahres Comedy-Gold: Er will gemütlich die Serie „The Equalizer“ schauen, wird vom Telefon unterbrochen und flippt völlig aus… Es läuft dabei übrigens eine Episode mit dem unverwechselbaren Steve Buscemi als Gaststar, dem Hauptdarsteller von „Boardwalk Empire“ – eine der vielen – in der Summe unnötigen - Anspielungen auf die gemeinsame Serie von Regisseur Scorsese und Autor Winter.
Gemeinsam mit seiner Stamm-Cutterin Thelma Schoonmaker werkelte Martin Scorsese bis zur allerletzten Minute am Schnitt von „The Wolf Of Wall Street“, um den Film noch 2013 veröffentlichen und damit ins Oscarrennen schicken zu können. Angeblich gab es dabei zwei Probleme: zu viel Sex und eine vom Verleih vorgegebene Maximallänge von drei Stunden. Der fertige Film macht allerdings nicht unbedingt den Eindruck, dass Scorsese etwas entschärft hätte – Szenen wie die große Sex-Orgie in einem Flugzeug wären wohl nur im Porno noch expliziter. Dass die Laufzeit am Ende zwei Stunden und 59 Minuten beträgt, dürfte indes kein Zufall sein, aber trotzdem gilt: Auch wenn der ein oder andere Aspekt durchaus noch genauer und ausführlicher hätte ausgestaltet werden können und ein Gaststar wie Jon Favreau („Iron Man“) ein paar Minuten mehr verdienen würde, wirkt „The Wolf Of Wall Street“ ungemein rund.
Das ist hier anders als etwa im Fall von „Django Unchained“, bei dem Quentin Tarantino Ende 2012 ebenfalls bis zur letzten Sekunde im Schneideraum werkelte. Während man dort aber den Eindruck hatte, der Regisseur hätte einiges anders (und besser) gemacht, wenn er noch mehr Zeit gehabt hätte, drängt sich so ein Gedanke bei „The Wolf Of Wall Street“ nie auf: Scorseses an seine Meisterwerke „Goodfellas“ und „Casino“ erinnernde Börsen-Satire ist ein weiteres brillant inszeniertes Highlight in einer unvergleichlichen Karriere.
Fazit:
Martin Scorseses „The Wolf Of Wall Street“ ist eine herausragende Börsen-Satire, die zwar nicht ganz an frühere Meisterwerke wie „Goodfellas“ heranreicht, aber den Regisseur einmal mehr auf der Höhe der Zeit zeigt und uns 8 von 10 börsendotierte Punkte wert ist. (mk)

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