Sonntag, 11. Juni 2017

Pirates Of The Caribbean 5: Salazars Rache 3D



Facts:

Genre: Fantasy, Action
Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg


Cast: Johnny Depp, Javier Bardem, Brenton Thwaites
Laufzeit: 129 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany


(c) Walt Disney Germany

Inhalt: 
Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) stolpert unversehens in ein neues Abenteuer, als eine Truppe Geisterpiraten unter der Führung von Sparrows erklärtem Todfeind Captain Salazar (Javier Bardem) das Teufelsdreieck verlässt, in dem sie bislang festgehalten wurde. Salazar und seine Crew sinnen auf Rache an allen lebenden Piraten und wollen sie töten, allen voran Captain Jack. Diesem bleibt nur eine Möglichkeit, sich aus der brenzligen Situation herauszuwinden: Er muss Poseidons magischen Dreizack finden, der ihm die Herrschaft über die Weltmeere verleiht und mit dem er Salazar in die Schranken weisen kann. Auf der Suche danach trifft er zum einen auf die junge Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario), die ebenfalls den Dreizack finden will, um sich in der von Männern dominierten Welt der Wissenschaft beweisen zu können, sowie auf den jungen Seemann Henry Turner (Brenton Thwaites), der versucht, seinen Vater zu finden. Dieser ist allerdings mit einem Fluch belegt, der ein solches Zusammentreffen verhindert – und Captain Jack kennt Henrys Vater nur zu gut... 

Bewertung:
Die Story von Fluch der Karibik inkl. Jack Sparrow ist längst auserzählt! Egal ob Münzen, Kompasse, Karten oder Dreizacke - inzwischen wird die Handlung gefühlt nur noch vorangetrieben, indem man noch einen magischen Gegenstand oder noch einen Geisterkapitän aus dem Hut zaubert. Aber einen „Pirates Of The Caribbean“-Film schaut sich eh keiner wegen der Story an, sondern wegen der Action, dem Humor und Johnny Depp in seiner Paraderolle als dauerwankender Trunkenbold-Kapitän! Und zumindest was die Action angeht, hat „Salazars Rache“ gleich zu Beginn einige echte Höhepunkte zu bieten:

Wenn Sparrows Crew eine ganze Bank (statt nur den Tresor) hinter sich her an Pferden durch die Stadt zieht, ist nicht nur das komödiantische Timing absolut perfekt, man sieht der Sequenz auch an, dass ein Großteil der Action tatsächlich handgemacht ist, was ihr ein ganz anderes Gewicht verleiht. Erst als das mitgeschleifte Haus am Stadttor zerschellt, sind die Computeranimationen klar als solche zu erkennen – und der Szene entweicht mit einem Mal ihre komplette Energie. In der stärksten Sequenz des ganzen Films soll wenig später neben der als Hexe angeklagten Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario) auch Sparrow selbst exekutiert werden, aber nach einer halbgeglückten Befreiungsaktion rotiert er plötzlich an eine Guillotine gefesselt um eine Holzachse, während das blitzende Fallbeil seinem Hals immer wieder gefährlich nahe kommt. Das ist nicht nur ein verschmitzter Rückverweis auf die Karussell-Wurzeln des Franchises, sondern vereint in sich auch zwei der großen Stärken der Reihe: kreativ-rasante Action und staubtrockenen schwarzen Humor.

Das eigentliche Finale, in dem die Macher „Die zehn Gebote“-mäßig das Meer teilen, kann da jedenfalls nicht mithalten – ganz im Gegensatz übrigens zu den Designs von Salazar und seinem Geisterschiff: Die stammen zwar ebenfalls aus dem Computer, sind aber trotzdem angenehm originell – während Salazar selbst an Bord eines Schiffes mit seinem in der Luft fließenden Haar stets aussieht, als würde er sich gerade schwerfällig unter Wasser fortbewegen, entpuppt sich seine aus nur noch vereinzelten Planken bestehende Silent Mary als wahres Seemonster, das andere Schiffe einfach auffrisst. Weniger gelungen als zum Beispiel in „The First Avenger: Civil War“ oder gerade erst in „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“, wo der junge Kurt Russell die Mutter von Star-Lord verführt, ist hier allerdings die digitale Verjüngungskur des inzwischen auch schon 53-jährigen Johnny Depp, wenn sich der jugendliche Jack Sparrow in einer Rückblende mit dem noch menschlichen Salazar anlegt (in einer weiteren Rückblende ist übrigens auch der deutsche Schauspieler Alexander Scheer kurz als junger Vater von Jack Sparrow zu sehen).

Der angestrebte (aber dann eben nicht umgesetzte) Sparkurs war übrigens nicht der einzige Grund für die Verpflichtung von Rønning und Sandberg – die Regisseure sollten der Reihe auch unbedingt wieder mehr Herz verleihen. Das ist mit der Einführung der zwei neuen Hauptfiguren Henry Turner und Carina Smyth allerdings nur so semioptimal gelungen: Henry hat mit der Befreiung seines verfluchten Vaters zwar ein starkes persönliches Ziel, aber der britische Shootingstar Brenton Thwaites („Hüter der Erinnerung“, „Gods Of Egypt“) gibt sich dann doch recht widerstandslos mit der Rolle des geerdeten Schönlings zufrieden. Da bekommt Kaya Scodelario („Skins“, „Maze Runner“-Trilogie) als wandelnde Marie-Curie-Hommage schon mehr zu tun, wenn sie sich als zukunftsgewandte Wissenschaftlerin schlagfertig gegen ihre rückständigen männlichen Kollegen, die jede Forschung einer Frau unweigerlich als Hexerei abtun, zur Wehr setzt (an einem Labor hängt sogar das Schild: „Keine Hunde. Keine Frauen“). Bei Carina offenbart sich zudem später ebenfalls eine verwandtschaftliche Verbindung zu einer schon bekannten Figur, die wir aber hier selbstverständlich nicht verraten. Nur wenn die Neuzugänge doch eigentlich das emotionale Zentrum bilden sollten, dann fragt man sich natürlich schon, warum das finale emotionale Highlight des Films dann ausgerechnet eine Szene ist, in der sich zwei Figuren in die Arme fallen, von denen die eine in „Salazars Rache“ vorher noch gar nicht und die andere noch keine fünf Minuten lang zu sehen war.

Fazit: 
„Pirates Of The Caribbean: Salazars Rache“ hat dem Franchise zwar absolut nichts Neues mehr hinzuzufügen, aber einige der augenzwinkernden Actionszenen sind verdammt gut und Johnny Depp wankt so cool wie eh und je. Solide 6,5 von 10 Punkte

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