Samstag, 19. November 2016

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind 3D



Facts:
Genre: Fantasy, Abenteuer
Regie: David Yates
Cast: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler
Laufzeit: 133 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Warner Bros. GmbH


(c) Warner Bros. GmbH


Inhalt: 
In New York wird die magische Welt 1926 von einer unbekannten Macht bedroht, die die Gemeinschaft der Zauberer an fanatische No-Majs (Amerikanisch für Muggels) verraten will. Von all diesen Spannungen ahnt der exzentrische und hochbegabte britische Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) noch nichts, denn der hat gerade erst eine weltweite Forschungsreise abgeschlossen, mit der er die Vielfalt magischer Wesen erforschen will. Einige von ihnen trägt er sogar in seinem Koffer mit sich herum. Doch als der ahnungslose Jacob Kowalski (Dan Fogler) versehentlich einige der Geschöpfe freilässt, droht eine Katastrophe. Bei ihrem Versuch sie wieder einzufangen, treffen Newt und Jacob auf Tina Goldstein (Katherine Waterston), die ihnen unter die Arme greift. Doch ihre Unternehmungen werden durch Percival Graves (Colin Farrell) erschwert, dem Direktor für magische Sicherheit im MACUSA (Magischer Kongress der USA). Der hat es nämlich auf Newt und Tina abgesehen…

Bewertung:
Der 225 Millionen Dollar teure Blockbuster ist inspiriert von dem 61 Seiten dünnen fiktiven Sachbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, in dem J.K. Rowling (als Newt Scamander) die magische Fauna ihres literarischen Universums beleuchtet. Und tatsächlich sind es vor allem die Rowlings Fantasie entsprungenen Kreaturen (vom kleinsten Bowtruckle bis zum größten Occamy), die den Schauspielern immer wieder die Show stehlen – für die lautesten Lacher im Kino sorgt dabei der münzstibitzende, maulwurfartige Niffler mit seiner lausbubenhaften Mimik und seiner unbedingten Leidenschaft für Wertsachen aller Art. Mit einigem Abstand an zweiter Stelle folgt das riesenhafte, nilpferdartige Erumpent, das sich nach einem Pheromonen-Missgeschick unbedingt mit dem armen (und der Sache ganz sicher nicht gewachsenen) Jacob paaren will. Solange es um die titelgebenden Tierwesen geht, macht der Film mächtig Laune – und überzeugt als charmantes CGI-Abenteuer mit trockenem Dialogwitz und tollen Slapstick-Momenten.

Davon abgesehen ist der Film aber wenig unterhaltend! Denn J.K. Rowling reichert die magischen Abenteuer - wie sie es auch schon vor allem in den späteren „Harry Potter“-Romanen getan hat – erneut mit reichlich zeitgeistigen politischen Bezügen an: Nachdem schon ganz Europa in Angst und Schrecken vor dem Magier-Terroristen Gellert Grindelwald lebt, breitet sich auch in den USA langsam Panik aus – es gehört nicht viel Fantasie dazu, um in „Phantastische Tierwesen“ eine Allegorie auf das Amerika nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu erkennen (mit Magiern statt Arabern). Ganz stark ist auch eine verstörende Szene, in der offenbart wird, wie eine Todesstrafe bei Magiern abläuft: Der Verurteilte darf auf einem metallenen Stuhl sitzend in seinen schönsten Erinnerungen schwelgen, während er von einer schwarzen Masse verschlungen wird (die idyllische Verzauberung ist dabei ebenso vermeintlich „menschlich“ wie eine Betäubung vor der Todesspritze). „Phantastische Tierwesen“ steckt voll von solchen Momenten, doch sie fügen sich kaum zu einer großen erzählerischen Einheit. Denn Newts Tierwesen-Wiederbeschaffungsmission und der zweite Haupthandlungsstrang um die magischen Anschläge, den zwielichtigen Magier-Agenten Percival Graves (Colin Farrell) sowie die magierfeindliche „Second Salemers“-Sekte mit Mary Lou (Samantha Morton) und ihrem Ziehsohn Credence (Ezra Miller) laufen lange Zeit mit nur wenigen Berührungspunkten nebeneinander her, bevor sie erst im Finale halbwegs zusammenkommen.

„Phantastische Tierwesen“ ist mit seinen amüsanten, oft in Slapstick abdriftenden Actionszenen und seinen harschen politischen Untertönen ein filmischer Zwitter – und gerade deshalb ist Oscargewinner Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) die perfekte Besetzung als Newt Scamander, denn unter seiner verschmitzten, vielleicht sogar ein wenig naiven Abenteuerlust schimmern immer auch eine tiefe Verletzlichkeit und ein profundes Wissen um die Abgründe dieser Welt durch. Nicht ganz so komplex, aber trotzdem absolut bezaubernd präsentiert sich Shootingstar Katherine Waterston („Steve Jobs“) als in Ungnade gefallene, leicht verplante, aber unendlich liebenswürdige Auroren-Hexe. Dan Fogler („Balls Of Fury“) gibt als Sidekick Jacob unterdessen einen überzeugenden No Maj (so heißen Muggel in Amerika), gerade weil man schnell nicht mehr nur über seine Unglücke lacht, sondern ihn – wie Newt auch – als rundherum guten Kerl ins Herz schließt. Weitere prominente Stars wie Colin Farrell („The Lobster“), Samantha Morton („Minority Report“) oder Oscarpreisträger Jon Voight („Ali“) haben im Vergleich eher eindimensionale Rollen, wobei Ezra Miller (The Flash in „Justice League“) als gepeinigter Sektensohn noch am ehesten heraussticht.

Das Skript zu „Phantastische Tierwesen“ ist wie gesagt das erste Drehbuch von J.K. Rowling – und das hat Vor- wie Nachteile: Zunächst einmal ist der Film vom Tempo her sehr viel einheitlicher geraten als einige der „Harry Potter“-Verfilmungen, die sich ja häufig eher wie ein gehetztes Best-Of der Romanvorlagen anfühlen. Trotzdem spürte man bei „Harry Potter“ immer, dass alles seinen Sinn und Platz hat – selbst wenn sich das an einigen Stellen nur dem Romanleser erschließt. In „Tierwesen“ gibt es hingegen noch eine ganze Reihe von Elementen, die bisher merkwürdig in der Luft hängen – etwa die Rolle des Verlagspatriarchen Henry Shaw, Sr (Jon Voight). Ganz bestimmt sind das alles nur Vorarbeiten für die Sequels, aber im ersten Teil sorgen sie zwischendurch durchaus für die eine oder andere kleine Länge. Zudem merkt man dem Drehbuch an, dass Rowling eben wusste, dass sie sich hier nicht (nur) an ihre Romanleser richtet, sondern an das Publikum einer Hollywoodgroßproduktion – und so hat sie nun eben ein austauschbares Blockbuster-Finale erdacht, wie man es schon ETLICHE Male gesehen hat. Aus dem Jahr 2016 fällt einem da etwa sofort „Suicide Squad“ als (abschreckendes) Beispiel ein.

Fazit: 
So gespannt wir auf das neue Abenteuer aus dem HP Universum auch waren, so enttäuscht verließen wir heute den Kinosaal. Von der Harry Potter Filmmagie ist ausser ein paar Zaubersprüchen, Zauberstäben und toll animierte Wesen nicht viel geblieben. 

Der Hauptdarsteller ist ok, wirkt oft etwas unbeholfen und trottelig. Und die all zu düstere Darstellung der Scenarien paßt nicht zum Fantasy-Feeling.

Zusätzlich finden wir die Auftritte der Hollywoodgrößen wie Jon Voight, Colin Farrell und Johnny Deep überflüssig teuer besetzt und deplatziert. 

Dafür vergeben wir wenig zauberhafte und enttäuschte 5 von 10 Punkte (mk)

Trolls 3D



Facts:
Genre: Animation
Regie: Mike Mitchell
Cast/ Stimmen:  Lena Meyer-Landrut, Mark Forster, Gwen Stefani
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Fox Deutschland


(c) Fox Deutschland


Inhalt: 
20 Jahre schon leben die immer gutgelaunten Trolle in Frieden, seit ihr Anführer König Peppy (Stimme im Original: Jeffrey Tambor) sie aus der Gefangenschaft der fiesen Bergen befreit hat, für die es nichts Besseres gibt, als die kleinen Geschöpfe mit den langen Haaren zu verspeisen. Für die Trolle gilt es deswegen nur noch jeden Tag eine große Party nach der anderen zu schmeißen. Angeführt werden sie dabei von Peppys Tochter Poppy (Anna Kendrick / deutsche Stimme: Lena Meyer-Landrut), dem fröhlichsten aller Trolle. Doch die ständige Feierei ruft die Bergen wieder auf den Plan, die eines Tages fast die gesamte Troll-Bevölkerung entführen. In ihrer Verzweiflung wendet sich Poppy an den einzigen schlecht gelaunten, vorsichtigen und niemals singenden Troll den es gibt: Branch (Justin Timberlake / Mark Forster). Gemeinsam begibt sich das ungleiche Paar, das sich nicht ausstehen kann, auf eine gefährliche Reise.

Bewertung:
„Trolls“ ist quasi das Gegenstück zum bisher größten DreamWorks-Erfolg „Shrek – Der tollkühne Held“: Wo sich das Anti-Märchen um einen übellaunigen Oger noch genüsslich über familientaugliche Disneyfilme, den allgemeinen Merchandise-Wahn und das ständige Gesinge in Animationsfilmen lustig gemacht hat, ist „Trolls“ nun genau das, was in „Shrek“ noch so genüsslich durch den Kakao gezogen wurde: ein auf einer Spielzeugserie basierendes, mit gutgelaunten Songs vollgestopftes Musical über Geselligkeit und Frohsinn. Wo sich „Shrek“ noch als Film mit technischen Makeln und einigen abstoßenden Designs erwies, der all das aber mit seinem hohen Spaßfaktor und etlichen doppelbödigen Pointen wieder wettmachte, ist „Trolls“ nun unfassbar hübsch und technisch perfekt, nur die Story könnte etwas mehr Schwung vertragen. 

Obwohl bei der Mission nicht weniger auf dem Spiel steht als das Überleben aller Trolls, gelingt es dem Autoren-Trio Jonathan Aibel, Glenn Berger und Erica Rivinoja nicht, auch nur den kleinsten Funken Spannung zu kreieren. Das liegt vor allem daran, dass sie und Regisseur Mike Mitchell selbst im finsteren Reich der Bergens davor zurückschrecken, dramatische Momente für sich wirken zu lassen. Stattdessen wird die Szenerie, sobald sich andeutet, dass ein Troll gefressen werden könnte, sofort mit allerlei kleinen Scherzen und lockeren Sprüchen aufgelockert. Als Branch sich schließlich öffnet und von einem tragischen Kindheitserlebnis berichtet, blödeln Nebenfiguren direkt davor und danach so ungehemmt herum, dass jeder Anflug von Emotionalität im Ansatz erstickt wird. Dass die meisten Trolls zudem keinerlei individuellen Persönlichkeitsmerkmale haben, sondern sich als austauschbare Masse erweisen, macht es ebenfalls nicht gerade leichter, mit den Helden mitzufiebern.

Natürlich erwartet niemand ernsthaft, dass ein Familienfilm mit der Auslöschung einer ganzen Rasse freundlicher kleiner Lebewesen endet. Trotzdem braucht es zumindest die Illusion, dass den Figuren tatsächlich etwas Schlimmes widerfahren könnte, denn wer mit den Filmhelden bangt, der jubelt dann auch umso lauter, wenn die Gefahr vorübergezogen ist. Da „Für immer Shrek“-Regisseur Mike Mitchell das Stimmungsbarometer aber nur zwischen ungetrübter Partylaune und gedämpftem Optimismus pendeln lässt, bleiben die Feten der Trolls belanglos. Dafür zündet ab und zu ein gewisser Dialogwitz, vor allem wenn sich die Berufsoptimistin Poppy und der sarkastische Branch gegenseitig auf den Arm nehmen – die eingeworfenen Oneliner der Nebenfiguren verpuffen ob ihres trägen Timings hingegen regelmäßig. Besser gelungen sind die vereinzelt eingestreuten visuellen Gags: Wiederholt verwandeln sich vermeintlich normale Dinge plötzlich in skurril-flauschige Ungetüme – und verleihen der eh schon unkonventionell gestalteten Welt so noch einen zusätzlichen Überraschungsfaktor.

Überhaupt darf sich „Trolls“ auf optischer Ebene zur DreamWorks-Speerspitze zählen: Die ganze Welt sieht aus, als wäre sie aus herkömmlichen Bastelmaterialien designt worden – alles wirkt so wollig, flauschig, filzig, als wäre es aus Knetmasse, Bastelpapier und Glitzerstaub gefertigt. Zudem lassen die Macher bei einigen der Musikeinlagen ihrer Kreativität freien Lauf und entwerfen in ihrem kuscheligen Kosmos surreale Bilderreigen – schade, dass sie sich bei anderen Songs dafür umso ärger am Riemen reißen. Der aus schmissigen Songklassikern und extra für den Film geschriebenen Liedern zusammengestellte Soundtrack lädt aber auch schon für sich zum Mitwippen ein – zumindest im englischsprachigen Original. Die deutsche Synchonfassung besteht hingegen aus einer chaotischen Mischung aus durchaus gelungenen freien Übersetzungen (etwa zu „True Colors“), aus dem Takt geratenen Lokalisierungen (Lionel Richies Schmachtstück „Hello“ ist in der Synchro erschreckend sperrig) und Nummern, die englischsprachig belassen wurden. So springt der musikalische Gute-Laune-Funken in der deutschen Fassung nur streckenweise über.

Fazit: 
„Trolls“ bietet einen einzigartigen Look und einen fetzigen Soundtrack, der zum mitwippen im Kino einlädt. Dafür läßt es sich über die schwache Story hinweg blicken. Wir vergeben spassige 8 von 10 Punkte. (mk)