Facts:
Genre: Fantasy, Abenteuer
Regie: David Yates
Cast: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler
Laufzeit: 133 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Verleih: Warner Bros. GmbH
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| (c) Warner Bros. GmbH |
Inhalt:
In New York wird die magische Welt 1926 von einer unbekannten Macht
bedroht, die die Gemeinschaft der Zauberer an fanatische No-Majs
(Amerikanisch für Muggels) verraten will. Von all diesen Spannungen ahnt
der exzentrische und hochbegabte britische Zauberer Newt Scamander
(Eddie Redmayne) noch nichts, denn der hat gerade erst eine weltweite
Forschungsreise abgeschlossen, mit der er die Vielfalt magischer Wesen
erforschen will. Einige von ihnen trägt er sogar in seinem Koffer mit
sich herum. Doch als der ahnungslose Jacob Kowalski (Dan Fogler)
versehentlich einige der Geschöpfe freilässt, droht eine Katastrophe.
Bei ihrem Versuch sie wieder einzufangen, treffen Newt und Jacob auf
Tina Goldstein (Katherine Waterston), die ihnen unter die Arme greift.
Doch ihre Unternehmungen werden durch Percival Graves (Colin Farrell)
erschwert, dem Direktor für magische Sicherheit im MACUSA (Magischer
Kongress der USA). Der hat es nämlich auf Newt und Tina abgesehen…
Bewertung:
Der 225 Millionen Dollar teure Blockbuster ist inspiriert von dem 61
Seiten dünnen fiktiven Sachbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu
finden sind“, in dem J.K. Rowling (als Newt Scamander) die magische
Fauna ihres literarischen Universums beleuchtet. Und tatsächlich sind es
vor allem die Rowlings Fantasie entsprungenen Kreaturen (vom kleinsten Bowtruckle bis zum größten Occamy),
die den Schauspielern immer wieder die Show stehlen – für die lautesten
Lacher im Kino sorgt dabei der münzstibitzende, maulwurfartige Niffler
mit seiner lausbubenhaften Mimik und seiner unbedingten Leidenschaft
für Wertsachen aller Art. Mit einigem Abstand an zweiter Stelle folgt
das riesenhafte, nilpferdartige Erumpent, das sich nach einem
Pheromonen-Missgeschick unbedingt mit dem armen (und der Sache ganz
sicher nicht gewachsenen) Jacob paaren will. Solange es um die
titelgebenden Tierwesen geht, macht der Film mächtig Laune – und
überzeugt als charmantes CGI-Abenteuer mit trockenem Dialogwitz und
tollen Slapstick-Momenten.
Davon abgesehen ist der Film aber wenig unterhaltend! Denn J.K. Rowling reichert die magischen Abenteuer - wie sie es auch schon vor allem in den späteren „Harry Potter“-Romanen getan hat – erneut mit reichlich zeitgeistigen politischen Bezügen an: Nachdem schon ganz Europa in Angst und Schrecken vor dem Magier-Terroristen Gellert Grindelwald lebt, breitet sich auch in den USA langsam Panik aus – es gehört nicht viel Fantasie dazu, um in „Phantastische Tierwesen“ eine Allegorie auf das Amerika nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu erkennen (mit Magiern statt Arabern). Ganz stark ist auch eine verstörende Szene, in der offenbart wird, wie eine Todesstrafe bei Magiern abläuft: Der Verurteilte darf auf einem metallenen Stuhl sitzend in seinen schönsten Erinnerungen schwelgen, während er von einer schwarzen Masse verschlungen wird (die idyllische Verzauberung ist dabei ebenso vermeintlich „menschlich“ wie eine Betäubung vor der Todesspritze). „Phantastische Tierwesen“ steckt voll von solchen Momenten, doch sie fügen sich kaum zu einer großen erzählerischen Einheit. Denn Newts Tierwesen-Wiederbeschaffungsmission und der zweite Haupthandlungsstrang um die magischen Anschläge, den zwielichtigen Magier-Agenten Percival Graves (Colin Farrell) sowie die magierfeindliche „Second Salemers“-Sekte mit Mary Lou (Samantha Morton) und ihrem Ziehsohn Credence (Ezra Miller) laufen lange Zeit mit nur wenigen Berührungspunkten nebeneinander her, bevor sie erst im Finale halbwegs zusammenkommen.
„Phantastische Tierwesen“ ist mit seinen amüsanten, oft in Slapstick abdriftenden Actionszenen und seinen harschen politischen Untertönen ein filmischer Zwitter – und gerade deshalb ist Oscargewinner Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) die perfekte Besetzung als Newt Scamander, denn unter seiner verschmitzten, vielleicht sogar ein wenig naiven Abenteuerlust schimmern immer auch eine tiefe Verletzlichkeit und ein profundes Wissen um die Abgründe dieser Welt durch. Nicht ganz so komplex, aber trotzdem absolut bezaubernd präsentiert sich Shootingstar Katherine Waterston („Steve Jobs“) als in Ungnade gefallene, leicht verplante, aber unendlich liebenswürdige Auroren-Hexe. Dan Fogler („Balls Of Fury“) gibt als Sidekick Jacob unterdessen einen überzeugenden No Maj (so heißen Muggel in Amerika), gerade weil man schnell nicht mehr nur über seine Unglücke lacht, sondern ihn – wie Newt auch – als rundherum guten Kerl ins Herz schließt. Weitere prominente Stars wie Colin Farrell („The Lobster“), Samantha Morton („Minority Report“) oder Oscarpreisträger Jon Voight („Ali“) haben im Vergleich eher eindimensionale Rollen, wobei Ezra Miller (The Flash in „Justice League“) als gepeinigter Sektensohn noch am ehesten heraussticht.
Das Skript zu „Phantastische Tierwesen“ ist wie gesagt das erste Drehbuch von J.K. Rowling – und das hat Vor- wie Nachteile: Zunächst einmal ist der Film vom Tempo her sehr viel einheitlicher geraten als einige der „Harry Potter“-Verfilmungen, die sich ja häufig eher wie ein gehetztes Best-Of der Romanvorlagen anfühlen. Trotzdem spürte man bei „Harry Potter“ immer, dass alles seinen Sinn und Platz hat – selbst wenn sich das an einigen Stellen nur dem Romanleser erschließt. In „Tierwesen“ gibt es hingegen noch eine ganze Reihe von Elementen, die bisher merkwürdig in der Luft hängen – etwa die Rolle des Verlagspatriarchen Henry Shaw, Sr (Jon Voight). Ganz bestimmt sind das alles nur Vorarbeiten für die Sequels, aber im ersten Teil sorgen sie zwischendurch durchaus für die eine oder andere kleine Länge. Zudem merkt man dem Drehbuch an, dass Rowling eben wusste, dass sie sich hier nicht (nur) an ihre Romanleser richtet, sondern an das Publikum einer Hollywoodgroßproduktion – und so hat sie nun eben ein austauschbares Blockbuster-Finale erdacht, wie man es schon ETLICHE Male gesehen hat. Aus dem Jahr 2016 fällt einem da etwa sofort „Suicide Squad“ als (abschreckendes) Beispiel ein.
Fazit:
Davon abgesehen ist der Film aber wenig unterhaltend! Denn J.K. Rowling reichert die magischen Abenteuer - wie sie es auch schon vor allem in den späteren „Harry Potter“-Romanen getan hat – erneut mit reichlich zeitgeistigen politischen Bezügen an: Nachdem schon ganz Europa in Angst und Schrecken vor dem Magier-Terroristen Gellert Grindelwald lebt, breitet sich auch in den USA langsam Panik aus – es gehört nicht viel Fantasie dazu, um in „Phantastische Tierwesen“ eine Allegorie auf das Amerika nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu erkennen (mit Magiern statt Arabern). Ganz stark ist auch eine verstörende Szene, in der offenbart wird, wie eine Todesstrafe bei Magiern abläuft: Der Verurteilte darf auf einem metallenen Stuhl sitzend in seinen schönsten Erinnerungen schwelgen, während er von einer schwarzen Masse verschlungen wird (die idyllische Verzauberung ist dabei ebenso vermeintlich „menschlich“ wie eine Betäubung vor der Todesspritze). „Phantastische Tierwesen“ steckt voll von solchen Momenten, doch sie fügen sich kaum zu einer großen erzählerischen Einheit. Denn Newts Tierwesen-Wiederbeschaffungsmission und der zweite Haupthandlungsstrang um die magischen Anschläge, den zwielichtigen Magier-Agenten Percival Graves (Colin Farrell) sowie die magierfeindliche „Second Salemers“-Sekte mit Mary Lou (Samantha Morton) und ihrem Ziehsohn Credence (Ezra Miller) laufen lange Zeit mit nur wenigen Berührungspunkten nebeneinander her, bevor sie erst im Finale halbwegs zusammenkommen.
„Phantastische Tierwesen“ ist mit seinen amüsanten, oft in Slapstick abdriftenden Actionszenen und seinen harschen politischen Untertönen ein filmischer Zwitter – und gerade deshalb ist Oscargewinner Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) die perfekte Besetzung als Newt Scamander, denn unter seiner verschmitzten, vielleicht sogar ein wenig naiven Abenteuerlust schimmern immer auch eine tiefe Verletzlichkeit und ein profundes Wissen um die Abgründe dieser Welt durch. Nicht ganz so komplex, aber trotzdem absolut bezaubernd präsentiert sich Shootingstar Katherine Waterston („Steve Jobs“) als in Ungnade gefallene, leicht verplante, aber unendlich liebenswürdige Auroren-Hexe. Dan Fogler („Balls Of Fury“) gibt als Sidekick Jacob unterdessen einen überzeugenden No Maj (so heißen Muggel in Amerika), gerade weil man schnell nicht mehr nur über seine Unglücke lacht, sondern ihn – wie Newt auch – als rundherum guten Kerl ins Herz schließt. Weitere prominente Stars wie Colin Farrell („The Lobster“), Samantha Morton („Minority Report“) oder Oscarpreisträger Jon Voight („Ali“) haben im Vergleich eher eindimensionale Rollen, wobei Ezra Miller (The Flash in „Justice League“) als gepeinigter Sektensohn noch am ehesten heraussticht.
Das Skript zu „Phantastische Tierwesen“ ist wie gesagt das erste Drehbuch von J.K. Rowling – und das hat Vor- wie Nachteile: Zunächst einmal ist der Film vom Tempo her sehr viel einheitlicher geraten als einige der „Harry Potter“-Verfilmungen, die sich ja häufig eher wie ein gehetztes Best-Of der Romanvorlagen anfühlen. Trotzdem spürte man bei „Harry Potter“ immer, dass alles seinen Sinn und Platz hat – selbst wenn sich das an einigen Stellen nur dem Romanleser erschließt. In „Tierwesen“ gibt es hingegen noch eine ganze Reihe von Elementen, die bisher merkwürdig in der Luft hängen – etwa die Rolle des Verlagspatriarchen Henry Shaw, Sr (Jon Voight). Ganz bestimmt sind das alles nur Vorarbeiten für die Sequels, aber im ersten Teil sorgen sie zwischendurch durchaus für die eine oder andere kleine Länge. Zudem merkt man dem Drehbuch an, dass Rowling eben wusste, dass sie sich hier nicht (nur) an ihre Romanleser richtet, sondern an das Publikum einer Hollywoodgroßproduktion – und so hat sie nun eben ein austauschbares Blockbuster-Finale erdacht, wie man es schon ETLICHE Male gesehen hat. Aus dem Jahr 2016 fällt einem da etwa sofort „Suicide Squad“ als (abschreckendes) Beispiel ein.
Fazit:
So gespannt wir auf das neue Abenteuer aus dem HP Universum auch waren, so enttäuscht verließen wir heute den Kinosaal. Von der Harry Potter Filmmagie ist ausser ein paar Zaubersprüchen, Zauberstäben und toll animierte Wesen nicht viel geblieben.
Der Hauptdarsteller ist ok, wirkt oft etwas unbeholfen und trottelig. Und die all zu düstere Darstellung der Scenarien paßt nicht zum Fantasy-Feeling.
Zusätzlich finden wir die Auftritte der Hollywoodgrößen wie Jon Voight, Colin Farrell und Johnny Deep überflüssig teuer besetzt und deplatziert.
Dafür vergeben wir wenig zauberhafte und enttäuschte 5 von 10 Punkte (mk)

