Facts:
Genre: Animation
Regie: Byron Howard, Rich Moore
Cast: Josefine Preuß, Rüdiger Hoffmann, Frederick Lau
Laufzeit: 108 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
Verleih: Walt Disney Germany
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| (c) Walt Disney Germany |
Inhalt:
Zoomania, eine gigantische Stadt voller Möglichkeiten: Hier leben die
unterschiedlichsten Tierarten Seite an Seite, sei es in
Sahara-Wolkenkratzern oder Iglu-Appartements. Für jede Vorliebe findet
sich der passende Wohnraum. Mitten in den Trubel dieser Großstadt wird
die junge Polizistin Judy Hopps (Stimme im Original: Ginnifer Goodwin /
deutsche Fassung: Josefine Preuß) versetzt, die hofft, nun endlich
einmal einen großen Fall lösen zu dürfen. Aber als kleiner Nager
zwischen lauter großgewachsenen Kollegen wird sie nur belächelt und so
darf Judy lediglich Parksündern nachjagen. Als ihr Chef sie endlich mit
einem spannenden Auftrag betraut, stellt die clevere Häsin schnell fest,
dass sie Hilfe braucht, um die mysteriöse Verschwörung aufzudecken, die
die Bewohner von Zoomania in Atem hält. Notgedrungen lässt sie sich auf
eine Zusammenarbeit mit dem vorlauten Fuchs und Trickbetrüger Nick
Wilde (Jason Bateman) ein.
Bewertung:
Die Vermenschlichung von Tieren ist ja ohnehin eine alte
Disney-Spezialität, aber in „Zoomania“ erreicht sie neue Dimensionen.
Hier wird die ganze Vielfalt der Fauna in einer Stadt für alle Tiere
vereint, die nicht nur als Spiegel- und Vorbild für unsere Menschenwelt
fungiert, sondern den Designern und Animateuren auch die Gelegenheit
gibt, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Wenn Judy mit dem Zug in
Zoomania einfährt, dann entspricht ihr Staunen dem des Publikums bei der
Entdeckung der originellen Bezirke – vom Sahara-Platz mit seinen
Haus-Dünen über das eisige Tundratown bis zum dampfenden
Amazonas-Viertel. Auch das Spiel mit den Größenunterschieden führt
immer wieder zu spaßigen Situationen, etwa wenn Judy sich bei einer
Verfolgungsjagd plötzlich im Miniaturviertel der Kleinnager wiederfindet
oder wenn die Hochzeitsfeier der Familie des Spitzmaus-Mafiosi von riesigen Eisbären bewacht wird. Der visuelle
Einfallsreichtum ist beeindruckend und was bei dem ganzen städtischen
Gewusel alles im Hintergrund passiert, lässt sich nur bei mehrmaligem
Sehen ganz erfassen. Einige Figuren gehen zudem unmittelbar in den Kanon
denkwürdiger Disney-Schöpfungen ein, wie der gutmütige Gepard
Clawhauser (Nate Torrance) am Empfang des Polizeihauptquartiers und
natürlich das Faultier Flash (Raymond S. Persi / Rüdiger Hoffmann) in
der Kraftfahrzeugzulassungsstelle, das die mit einem Behördengang
üblicherweise verbundene Geduldsprobe auf ein ganz neues Level hievt.
Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten stimmt, aber zuweilen werden sie durch die Erfordernisse des Wir-überwinden-Hindernisse-und-Vorurteile-Plots gehemmt: Der schöne Theater-Prolog mit Judys großem Traum von der Polizei-Karriere und eine Eisdielen-Szene, in der sich ein Elefant weigert, einen Fuchs zu bedienen, und auch auf die ordnungshütende Häsin nicht hören will, sind sehr prägnant auf den Punkt gebracht, doch einige der späteren Volten über ethnische Vorurteile, Quotenregelungen, Angst vor Fremden, einen machohaften Polizeiapparat und andere brisante Themen wirken verkrampft. Manchmal scheint es so, als hätten die Macher den Titel des Songs von Gazelle (Shakira), dem Megastar aus Zoomania, allzu wörtlich genommen: „Try Everything“. Das lässt sich auch bei den wie gewohnt zahlreichen Zitaten und Anspielungen konstatieren, bei denen es gelegentlich überdeutlich zugeht. Selten kommen Augenschmaus und Fabulierlust, Nachdenkliches und Amüsantes so überzeugend zusammen wie in einem der großen komischen Highlights in einer Yoga-Nudisten-Oase, wo all die gezähmten und wohlerzogenen Tiere ungeniert die lästigen Kleider abschmeißen: Die Schweine können endlich mal die Sau rauslassen und sich im Schlamm suhlen, während die Raubkatzen in aller Ruhe die Krallen ausfahren dürfen, um sich zu putzen. Selbst als die Polizei zum Verhör erscheint, lässt sich eine tiefenentspannte Elefantendame nicht in ihrer Wellness-Idylle stören - sie vollführt weiter ihre Yoga-Verrenkungen und denkt nicht daran, ihre Blöße zu bedecken. Auch Schamgefühl ist relativ.
Fazit:
Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten stimmt, aber zuweilen werden sie durch die Erfordernisse des Wir-überwinden-Hindernisse-und-Vorurteile-Plots gehemmt: Der schöne Theater-Prolog mit Judys großem Traum von der Polizei-Karriere und eine Eisdielen-Szene, in der sich ein Elefant weigert, einen Fuchs zu bedienen, und auch auf die ordnungshütende Häsin nicht hören will, sind sehr prägnant auf den Punkt gebracht, doch einige der späteren Volten über ethnische Vorurteile, Quotenregelungen, Angst vor Fremden, einen machohaften Polizeiapparat und andere brisante Themen wirken verkrampft. Manchmal scheint es so, als hätten die Macher den Titel des Songs von Gazelle (Shakira), dem Megastar aus Zoomania, allzu wörtlich genommen: „Try Everything“. Das lässt sich auch bei den wie gewohnt zahlreichen Zitaten und Anspielungen konstatieren, bei denen es gelegentlich überdeutlich zugeht. Selten kommen Augenschmaus und Fabulierlust, Nachdenkliches und Amüsantes so überzeugend zusammen wie in einem der großen komischen Highlights in einer Yoga-Nudisten-Oase, wo all die gezähmten und wohlerzogenen Tiere ungeniert die lästigen Kleider abschmeißen: Die Schweine können endlich mal die Sau rauslassen und sich im Schlamm suhlen, während die Raubkatzen in aller Ruhe die Krallen ausfahren dürfen, um sich zu putzen. Selbst als die Polizei zum Verhör erscheint, lässt sich eine tiefenentspannte Elefantendame nicht in ihrer Wellness-Idylle stören - sie vollführt weiter ihre Yoga-Verrenkungen und denkt nicht daran, ihre Blöße zu bedecken. Auch Schamgefühl ist relativ.
Fazit:
In Disneys Animationskomödie über
den Menschen im Tier stehen Fuchs und Hase im Mittelpunkt – der wahre
Star ist aber ein Faultier. Dennoch weiß der Film gerade wegen der gelungenen Charaktere zu überzeugen. Dafür vergeben wir putzige 8,5 von 10 Punkte. (mk)

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